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Barcelona für Deutsche



    Anti-Verbrechen App der spanischen Polizei

    07.03.2016 - Rafa Heberling 

    "Überfall Warn-Karte" von Mossos und Stadtführern

     

    In den Partnerstädten Köln und Barcelona stellt man in letzter Zeit vermehrt Taschendiebstähle durch sogenanntes Antanzen fest. Unser Rechtssystem scheint dem gegenüber fast hilflos zu sein. Da fällt beim Archive Blättern eine Reaktion auf, die ja vielleicht was für die Kölner wäre: die Alert-Cops App und die besondere Straßenkarte, wo welche Gruppen wie die Leute überfallen.

     

    In vielerlei Hinsicht erscheint Spanien bei der Internet-Nutzung weiter zu sein als Deutschland. Wie wünschenswert das ist, kann man diskutieren. Wie die Smart City Barcelona hat sich die spanische Polizei mit der Smartphone App "Alertcops" jetzt auch mal smart gemacht. Zumindest für Android und iOS Nutzer.

     

    Während die Spanier eine App entwarfen, hat die Kölner Polizei als Reaktion auf die Ereignisse der Sylvester-Nacht ja immerhin schon einen Namen für die vermehrte Kriminalität gefunden: Nafri. "Nordafrikanische Intensiv-Straftäter". Damit gemeint sind die Antänzer, die aus Barcelona wohl jetzt alle nach Köln gefahren zu sein scheinen. In Barcelona waren sie rund um die Ramblas schon vor Jahren bekannt, jetzt nutzen diese "Moros", wie sie in Barcelona oft in aller political Incorrectness genannt werden, das Gedränge beim Eingang vom Dom oder auf den Festen rund um das Weltkulturerbe, um mit geschickten Fingerzügen an das Geld anderer Leute zu kommen.

     

    Heikles Thema, die deutschen Medien reden seit 2 Monaten noch immer über die Sylvester Nacht Überfälle am Dom, täglich werden Fahndungserfolge deklariert wie "Sylvester in Köln gestohlenes Handy in Dortmund sichergestellt", so lautete neulich eine Meldung in den Kölner Medien. Eine von vielen.

     

    Eines haben wir in beiden Ländern gemeinsam. Es ist wie eine Plage, dass gewerbsmäßig organisierte Banden meist aus nordafrikanischen, arabischen Staaten oder aus Rumänien/Bulgarien auf Beutezug in Barcelona wie in Köln unterwegs sind. Die Zeitungsarchive belegen, dass das durch die Sylvesternacht in Köln zum Medienhit stilisierte Ereignis bereits ein lange gepflegtes Phänomen ist. Schon vor Jahren beschwerten sich den Meldungen (und einem Beitrag des WDR Landesstudio Kölns) entsprechend, Gastronomen und Kaufleute in Initiativen bei der Stadtverwaltung und Polizei, dass hier am helllichten Tag rund um Dom /Museum Ludwig Drogen verkauft und Taschendiebstähle an der Tagesordnung seien und die Polizei nicht ausreichend dagegen hielte.

     

    Nun: noch eine Gemeinsamkeit. Die Polizei ist gar nicht untätig. Nur frustriert. Denn sie schreiten ein, um demselben Delinquenten ein paar Stunden später wieder in das schon beinahe höhnend grinsende Gesicht an derselben Stelle zu schauen, weil ein Richter, eine Richterin, sie wieder frei gelassen hat.
     

     

    Die Chancen, die unser Rechtssystem vor allem Jugendlichen geben will, sich zu bessern,  wird von diesen Straftätern vielfach gezielt ausgenutzt. Und wollen wir wirklich härtere vielleicht diktatorische Verhältnisse wie die schnell populistisch geforderte harte Strafe ohne eindeutige Beweise, weil ein paar Ganoven unsere Gesetzeslücken gewerbsmäßig ausnutzen? Da muss es doch andere Möglichkeiten geben.

     

    Die spanische Polizei hat reagiert .Mit einer "intelligenten" interaktiven App für Smartphones will man vor allem Touristen warnen, wo in der Stadt sich kürzlich vermehrt Straftaten ereignet haben. So soll man sich wappnen können oder das Viertel vielleicht meiden.

     

    Man hat die Möglichkeit per virtuellem Knopfdruck die Polizei anzurufen oder mit ihr zu chatten, Raub oder Überfall zu melden, es gibt einen extra Knopf für sexuelle Belästigung oder Gewalt an Frauen, aber auch "Radikalismus", Vandalismus (Sachbeschädigung). Schüler haben einen eigenen Problemknopf gegen Mobbing, für Schlägereien gibt es einen, aber auch noch einen, falls man eine Person sucht oder eine hilfsbedürftige Person gefunden hat.

     

    Doch sicher hat die Idee noch einigen Verbesserungsbedarf - neben einer in Deutschland vielleicht Datenschutz bedenklichen Relevanz: haben Sie das Englisch eines spanischen Polizeibeamten je verstanden? Gerade die vielen sonnenhungrigen Touristen, die aus nordischen Ländern ans Mittelmeer kommen,  können selten Spanisch und das Englisch hier... o.k. ich warte selbst im Flugzeug immer auf die spanische Ansage, wenn ich was verstehen möchte.

     

    Der andere wohl nicht bedachte Fehler: wie melde ich per App, dass mein Smartphone gerade eben von einem vermeintlichen "Nafri" gestohlen wurde?

     

    Ohne zu wissen, ob es hier einen Zusammenhang gibt, hat sich in Barcelona auf sozialen Netzen eine Textnachrichten Dienst Gemeinde gefunden, voller fremdenfeindlicher Formulierungen hat sich dies zu einer Art Einsatzplan für die Landespolizei "Mossos" entwickelt. Beamte durchforsten, Zeitungsmeldungen zufolge (el Periodico 29. Aug. 2011), gezielt die Textnachrichten sozialer Netzwerke, um an den gemeldeten Brennpunkten gegen Delikte einzuschreiten.

     

    Wer seine Vorurteile zum Eigenschutz noch ein wenig vertiefen möchte, bekommt auf einer Karte, die von Stadtführer und Polizeikräften erstellt worden sein soll, jeweils die Tricks erklärt und gleich dazu, welcher Ethnie die Tätergruppe angehört (Bosnier, Rumänen, Marokkaner, Latino...)

     

    Sollte man jetzt vielleicht den Knopf für "Radikalismus" drücken? Ach! Geht ja nicht: das neue Handy von dem Mobile World Congress wird je gerade unauffällig vom Täter an den Kollegen übergeben und ich habe den Eindruck, dass der mich nicht den virtuellen Knopf auf meinem jetzt ehemaligen Handy drücken lässt...

     

    Die Welt kann aber auch kompliziert und unberechenbar sein!

     

    Die kostenlose Polizei App "Alertcops" gibt es in Ihrem google Play store oder bei iTunes, die ein wenig politisch inkorrekte Diebstahl-Warn-Karte bei el Periodico unter folgendem Link hier

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