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    Das Vollkornbrot in Spanien

    07.04.2018 - Deutsche Infodienste 

    Ist das, was wir als “integral” (Vollkorn) kaufen auch wirklich Vollkorn? Die Antwort lautet nein. Denn nicht alles, was den Begriff “integral” trägt, wird mit Vollkornmehl hergestellt. Wie bei anderen Lebensmitteln, erlaubt auch hier das Gesetz weitgefasste Umschreibungen. Zum Beispiel ist es nicht das gleiche "elaborado 100% con harina integral" und "elaborado con harina 100% integral"; beim zweiten Claim wird keine Mindestmenge des Vollkornmehls versprochen, so handhabt es momentan auch noch die spanische Gesetzgebung.

     

    Der Ernährungswissenschaftler Aitor Sánchez bringt es auf den Punkt: “In Spanien gibt es die “barra integral” mit 0% Vollkornmehl. Sie besteht aus Weißmehl der dann Ballaststoffe in Form von Kleie hinzugefügt werden.”

     

    Dieser Doppeldeutigkeit möchte das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei, Ernährung und Umwelt ((MAPAMA) ein Ende setzten und hat eine neue Richtlinie erarbeitet, in der Vollkornprodukte wirklich aus Vollkorn sein sollen und als solches gekennzeichnet werden müssen. Das Problem ist nicht nur, dass wir Produkte konsumieren die nicht das enthalten, was darauf steht, sondern meistens sind sie auch noch weniger nahrhaft. Denn Vollkornprodukte sind erwiesenermaßen gut für unsere Gesundheit; sie reduzieren das Risiko an Herz -Kreislauf-Leiden und Krebs zu erkranken.

     

    Wertvoll ist vor allem die Schale des Korns, die entzündungshemmend und antioxidativ wirkt. Außerdem ist das ganze Korn reich an Ballaststoffen, Vitaminen der Gruppe B, Vitamin E, Magnesium und ein Mineral, das sich positiv auf den Zucker- und Insulinspiegel auswirkt.

     

    Nach dem bisherigen Gesetz ist es erlaubt das 'Pan de molde integral' (Vollkorntoastbrot ) eigentlich gar kein Vollkorn enthält, 'Corn Flakes con trigo 100% integral' eher aus Reis und nur zu 37% Vollkornweizenmehl enthalten. Oder “galletas integrales” nur 7% Vollkornmehl enthalten, der Rest ist Weißmehl. Das Gesetz besagt also, dass die ausgeschriebenen 'productos integrales' Vollkorn enthalten müssen, aber nicht in welchem Prozentsatz.

     

    In Deutschland muss etikettiertes Vollkornbrot zu mindestens 90% aus Vollkorn sein, Nudeln zu 100%.

     

    So arbeitet das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei, Ernährung und Umwelt an einer neuen Richtlinie für Brot und an der neuen Definition der Charakteristika von Vollkornbrot, die das bisherige Real Decreto 1137/1984 ersetzen sollen. Mit der neuen Bestimmung soll der Prozentsatz beigefügt werden, zu wie viel Prozent das Brot aus Vollkorn besteht.

     

    Brot gehört in Spanien weiterhin zu den meist konsumierten Lebensmitteln, doch die Spanier haben immer noch eine Vorliebe für Weißbrot.

     

    Pro Person werden im Jahr ca. 34,65 kg pro verzehrt, das entspricht 83,92 Euro pro Person.

     

    Quelle: El Mundo

     

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