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    Geburtenrate: Überraschende Zahlen aus Spanien und Deutschland

    30.07.2015 - Meike von Lojewski / Madrid und Barcelona für Deutsche 

    Erfreuliche Zahlen kommen derzeit aus Spanien: Wie das Nationale Statistikinstitut (INE) meldet, gab es nach fünf Jahren des Rückgangs endlich wieder einen Anstieg der Geburtenzahlen. Und auch wenn dieser Anstieg nur 0,1 Prozent und konkret 588 Babys beträgt, so ist es doch ein positives Zeichen, das die Spanier mitten in einer der grössten Krisenzeiten des Landes setzen.

    Dennoch gehört Spanien innerhalb Europas nach wie vor zu den Ländern mit der niedrigsten Geburtenrate. Insgesamt kamen 2014 426.303 Neugeborene auf die Welt - denen deutlich mehr Todesfälle gegenüber stehen. Wie bei faz.net nachzulesen ist, sehen die Demographen drei Hauptgründe für den Rückgang insgesamt: die Furcht der potentiellen Mütter vor den finanziellen Unsicherheiten, vor allem einem Verlust des Arbeitsplatzes; die Rückkehr vieler Immigrantinnen in ihr Heimatland, weil sie in Spanien arbeitslos wurden (sie trugen bis dahin mit einem Anteil von einem Fünftel wesentlich zu der Stabilisierung bei); die Emigration junger Spanier(innen) ins Ausland auf der Suche nach einer Beschäftigung.

    Aber auch die Deutschen haben nicht besser Lachen: Einer neuen Studie zufolge ist Deutschland bei der Geburtenrate nicht mehr nur Schlusslicht in Europa, sondern auch im weltweiten Vergleich, schreibt das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). Demnach wurden in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt 8,2 Kinder je 1000 Einwohner geboren. Das liegt unter dem Niveau des bisherigen Schlusslichts Japan von 8,4 Kindern je 1000 Einwohner. Unter den EU-Ländern schneiden nur Portugal (9,0) und Italien (9,3) ähnlich schlecht ab.

    Die niedrige Geburtenrate in der Bundesrepublik bereitet Ökonomen große Sorgen. Das HWWI befürchtet erhebliche Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort Deutschland, weil mit der demographischen Entwicklung auch immer weniger Erwerbsfähige dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen: Nach Uno-Prognosen schrumpft deren Anteil bis 2030 von aktuell 61 Prozent auf nur noch 54 Prozent, teilte das Institut mit. Auch in Spanien hat die Überalterung der Gesellschaft zugenommen. Das Durchschnittsalter beläuft sich gegenwärtig auf 43 Jahre, fast einer von fünft ist schon älter als 65 - ein Trend, dem nur ein weiterer Anstieg der Geburtenrate entgegen wirken kann.

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