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Barcelona für Deutsche



    HINTERGRUND: Andere Länder, andere Sitten: Der “caga tió”, der “kackende Holzklotz”, ist in Katalonien bei Gross und Klein beliebt

    10.12.2013 - Meike von Lojewski / Barcelona für Deutsche 

    Die Weihnachtszeit ist eine ganz besondere Zeit, die natürlich auch in den unterschiedlichen Regionen Spaniens mit den unterschiedlichsten Traditionen verbunden ist. In Katalonien will zu dieser Zeit niemand auf den so genannten “tió de nadal” oder “caga tió”, den “kackenden Holzklotz”, verzichten. Dieser soll vor allem den Kindern die lange Wartezeit bis zum 6. Januar verkürzen, an dem sie von den Heiligen drei Königen ihre Weihnachtsgeschenke erhalten.

    Der “caga tió” wird traditionell zu Maria Empfängnis am 8. Dezember ins Haus geholt. Dabei wird üblicherweise ein Holzklotz oder Baumstamm mit zwei Beinen, einem lächelndem Gesicht und einer roten Kappe (katalanisch “barretina”) geschmückt und in der Wohnung an einem Ort aufbewahrt, an dem er bis zum Heiligabend verwöhnt wird. So bekommt er jeden Abend Obst, Kürbis, Gemüse, Brot und Nüsse, die er dann über Nacht “frisst”, damit sich sein Magen füllt und er gut zunimmt. Zudem bekommt er jeden Abend eine Decke umgehängt, damit er sich nicht erkältet.

    An Heiligabend singen die Kinder dann vor dem abgedeckten “caga tió” Weihnachtslieder (viele Städte und Gegenden in Katalonien kennen hierzu eigene Lieder). Ausserdem schlagen sie so lange mit einem Stock auf ihn ein, bis seine “Verdauung angeregt” wird und er kleine Geschenke „kackt“, die die Eltern unter der Decke versteckt haben. Dazu gehören Süssigkeiten wie das beliebte Turrón, Schokolade, Nüsse oder Bonbons sowie kleine Geschenke.

    Das alles hört sich ziemlich verrückt an, ist aber eigentlich ein ganz lustiger Weihnachtsbrauch. Mancherorts gibt sogar ein “caga tió“-Fest. So wird dieser Brauch beispielsweise jedes Jahr am 18. Dezember auf dem Stadtplatz in dem 60 Kilometer nordwestlich von Barcelona gelegenen Sant Vincenç de Castellot begangen, wo es neben traditioneller Musik und Tanz eben auch jede Menge „tiós“ zu sehen gibt.

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