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    HINTERGRUND: Das Osterfest in Spanien

    13.03.2008 - Deike Werner 

    Das spanische Osterfest umfasst die heilige Karwoche, hier die Semana Santa genannt. Ihre Feierlichkeiten erstrecken sich vom Palmsonntag (16. März) bis zum Ostermontag (24. März). Jedoch gibt es regionale Unterschiede bei den Feiertagen, Gründonnerstag wird nicht in Barcelona (Cataluña) gefeiert, wohingegen in Madrid der Ostermontag kein Feiertag ist.

    Während in Deutschland zu Ostern das Zelebrieren religiöser Bräuche in den Hintergrund gerückt ist, wird die Semana Santa als das wichtigste katholische Fest Spaniens gefeiert. Die Trauer um den Tod Jesu Christi findet hier jedes Jahr Ausdruck in festlichen, schauspielhaften bis hin zu theatralischen Prozessionen und Umzügen. Zentren der üppigsten Festzüge Spaniens sind: Lorca, Sevilla, Cervera, Córdoba, Granada, Valladolid und Valencia.

    Die Hauptfestpunkte sind die Passionsumzüge in den einzelnen Städten, deren didaktische Funktion es vor einigen Jahrhunderten gewesen sein soll, die Passion Christi in ihrem Ablauf, aber auch in ihrer Schmerzlichkeit der Bevölkerung zu erläutern. Lorca, in der Region Murcia gelegen, zählt mit seinen Festumzügen zu den prächtigsten und geheimnisvollsten „Osterzentren“. Man sollte in der Tat ein wenig bibelfit sein, um beispielsweise ein Pferdeviergespann mit kostümierten Ägyptern dem Osterfest zuordnen zu können. Historische Personen sind gewandet in Stoffe aus Samt und Seide. Sevilla bietet ein regelrechtes Spektakel. Die Semana Santa wird zu einer touristischen Attraktion, die schon Monate vorher ausgebucht ist.

    Weitere Hauptattraktionen sind in vielen Städten die verschiedenen Bruderschaften (Cofradias). Diese entstanden in Spanien Ende des 15. Jahrhunderts, vornehmlich, um wohltätige Zwecke zu übernehmen. Ihre Umzüge zu Ostern geben dem Fest ein geheimnisvolles Flair, insbesondere durch ihre Klagegesänge (Saetas) und Trommelmusik und die Nachstellung verschiedener Bibelszenen wird der religiöse Part des Festes in den Vordergrund gestellt. Die Kleidung einiger Bruderschaften kommt einer Vermummung gleich: Sie tragen Büßerhüte, die wie lange Kapuzen nach oben stehen und ihre bodenlangen Kutten sind als weiterer Hauptattraktionspunkt zu bewundern. Besonders bei Kindern sind die Cofradias beliebt, nicht weil sie so „kinderfreundlich“ aussehen, sondern weil sie Naschwerk verteilen.

    Doch auch der familiäre Part während der Semana Santa ist wichtig und gestaltet sich im Anschluss an die Prozessionen und Festzüge in üppigen Familienessen. So wie auch in Deutschland verzichtet man am Karfreitag auf Fleischkost, jedoch Ostersonntag wird traditionell ein “Opferlamm” auf den Tisch gebracht. An Ostermontag bäckt man in Katalonien und der Levante traditionell die „Mona de Pasqua“, ein mit Konfitüre gefülltes Hefegebäck. Die an der Costa Blanca gelegene Stadt Torrevieja verfügt über ein eigenes „Semana Santa“–Museum, in dem über die Bruderschaften aufgeklärt wird und viele historische Gewänder zu bewundern sind, natürlich das ganze Jahr über...

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