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    HINTERGRUND: Deutsche Rentner in Spanien

    19.04.2010 - Philipp Dyckerhoff 

    Viele Deutsche verbringen ihren Lebensabend in Spanien. Der Autor hat in seiner täglichen Arbeit mit Deutschen in Spanien festgestellt, dass die Konsequenzen für Themen wie Steuerpflicht, Kranken- und Pflegeversicherung wenig bekannt sind.

    In diesem Beitrag soll die steuerliche Thematik umrissen werden. Die Themen Kranken- und Pflegeversicherung werden auf diesem Portal in einem weiteren Beitrag im Mai erörtert werden.

    Ein deutscher Rentner, der in Spanien lebt und hier (mit seinem Welteinkommen) unbeschränkt steuerpflichtig ist, weil er seinen Lebensmittelpunkt in Spanien hat, ist mit seiner deutschen Rente in Deutschland beschränkt steuerpflichtig. Dies bedeutet eine Pauschalsteuer von 25 Prozent auf das zu versteuernde Einkommen. Bei der beschränkten Steuerpflicht gibt es im Allgemeinen keine Freibeträge. Hier hilft allerdings das Alterseinkünftegesetz: danach ist in Abhängigkeit vom Jahr des Rentenbeginns nur ein Teil der Rente zu versteuern.

    Wer zum Beispiel in 2010 in Rente geht, muss „nur“ 70 Prozent seiner Rente versteuern, dieser Wert steigt jedes Jahr um zwei Prozent und erreicht im Jahr 2025 100 Prozent. Gerade bei niedrigen deutschen Renten stellt sich ein deutscher Rentner durch diese Regelung bei Umzug nach Spanien schlechter. Er würde in Deutschland wegen gerade für Rentner recht hoher Freibeträge möglicherweise gar keine Steuern zahlen.

    Im umgedrehten Fall, wenn also jemand mit Ansprüchen aus der spanischen Rentenversicherung nach Deutschland geht, ist man mit seiner spanischen Rente in Spanien beschränkt steuerpflichtig, mit einem Pauschalsteuersatz von 24 Prozent, auch ohne Freibeträge. Bei niedrigen Renten gibt es aber in Spanein immerhin eine Sonderregelung, so dass man bei Renten von bis zu circa 1 000 Euro im Monat tatsächlich „nur“ circa 12 Prozent im Rahmen der beschränkten Steuerpflicht zahlt. Eine solche Sonderregelung gibt es in Deutschland nicht.

    Die beschränkte Steuerpflicht gilt übrigens auch für Mieteinnahmen, die ein in Spanien unbeschränkt Steuerpflichtiger in Deutschland erzielt.

    Bei der Berechnung der Steuern in Spanien im Rahmen der unbeschränkten Steuerpflicht muss das in Deutschland erzielte und schon versteuerte Einkommen auch angegeben werden. Sollte der Steuersatz in Spanien auf das Gesamteinkommen höher sein als 25 Prozent (wenn beispielsweise auch eine spanische Rente bezogen wird oder sonstige zu versteuernde Einkünfte in Spanien vorhanden sind), muss entsprechend nachgezahlt werden. Die in Deutschland gezahlte Steuer wird angerechnet. So sieht es das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Spanien und Deutschland vor. Sollte der Steuersatz in Spanien aber niedriger sein als 25 Prozent, dann erhält der Rentner nichts erstattet.

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