Barcelona
Please wait for while...
Barcelona

Barcelona für Deutsche



    HINTERGRUND: Ein Schritt in Richtung Europa

    21.09.2009 - Philipp Dyckerhoff 

    Der Europäische Gerichtshof hat am 10.9.2009 in einem Urteil Klarheit für Deutsche geschaffen, die einen Riestervertrag haben und im EU-Ausland wohnen. Nach bisheriger Regelung mussten Rentner die Förderung zurückzahlen, wenn sie ins EU-Ausland umziehen. Weitere Details zu Riester im Ausland finden Sie hier .

    Nach dem Urteil muss Deutschland die Förderung der Riester-Rente nun ändern: verschiedene Regelungen schränkten die freie Wahl des Arbeitsplatzes und des Wohnsitzes innerhalb der EU unzulässig ein und seien somit diskriminierend, entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH)

    Aufgrund einer Klage der EU-Kommission kippte der EuGH mit seinem Urteil nun unter anderem die bisherige Regelung, nach der Rentner die Förderung zurückzahlen müssen, wenn sie ins Ausland umziehen. Bislang müssen Rentner die staatlichen Zulagen dem Staat selbst dann erstatten, wenn sie im Alter ihren Wohnsitz in andere EU-Staaten wie Spanien verlegen.

    Auch Menschen, die in Deutschland arbeiten und rentenversichert sind, aber in einem anderen EU-Staat leben und Steuern zahlen, haben nach dem EuGH-Urteil Anspruch auf Riester-Zulagen. Dies dürfte ziemlich viele Deutsche betreffen, die für einige Jahre von ihrem deutschen Arbeitgeber nach Spanien geschickt werden, dabei aber im deutschen Sozialversicherungssystem bleiben.

    Details
    Die EU-Kommission hatte die eingeschränkte Zahlung von Zulagen und Steuervorteilen für Riesterverträge (Rentenversicherungen, Fonds- und Banksparpläne sowie Verträge zum Kauf von Wohneigentum) moniert. Bislang erhalten diese Zuwendungen nur Arbeitnehmer, die uneingeschränkt in Deutschland steuerpflichtig sind und auch ihren Lebensabend hier verbringen. Vor allem Rentner, die ihren Alterssitz ins Ausland verlagern, und ausländische Beschäftigte, die zum Rentenbeginn wieder in ihre Heimat gehen, müssen die Riester-Förderung zurückzahlen. Die Wohnförderung gibt es bisher zudem nur für Eigentum im Inland. Auch diese dürfte sich nun ändern.

    Lösung
    Eine mögliche Lösung könnte ein Abkommen mit den EU-Nachbarn sein, in dem die nachgelagerte Besteuerung der Riester-Rente geregelt wird. Vorbilder dafür gibt es z.B. in Skandinavien, wo eine Quellensteuer vereinbart wurde. Vielleicht kommt ja auch ein cleverer Beamter im Finanzministerium auf die Idee, eine einheitliche Regelung für alle EU-Länder zu schaffen.

    Kommentare (0) :

    Artikel kommentieren
    Artikel-Archiv
    • 07.01.2016 [Kommentare: 0]

      Eine Bank für deutsche Expats

      Für deutsche Expats ist es nicht einfach ein Konto bei einer deutschen Bank zu eröffnen, insbesondere wenn man sich einmal bei seinem Einwohnermeldeamt abgemeldet hat.Die Identifizierung der eigenen Person vom Ausland aus ist oft mit erheblichen Aufwand verbunden und ohne eine Reise nach Deutschland nicht möglich. Dank der neuen.. Artikel weiterlesen

    • 25.10.2015 [Kommentare: 0]

      Der spanische Warenkorb: Die Haushaltsausgaben der Spanier in 2015

      Einen sonderbaren Warenkorb, so nennt die spanische Wirtschaftszeitung Expasión in einem Onlinebeitrag vom 14/10/2015 die Statistik der spanischen Haushaltsausgaben, die vom statistischen Amt der EU Eurostat erhoben werden.Höchste Ausgaben für Lebens- und Transportmittel. Die höchsten Ausgaben tätigen die Spanier in den beiden Segmen.. Artikel weiterlesen

    • 14.09.2014 [Kommentare: 0]

      NEWS: Emilio Botín ist tot

      Er war aus der Finanzwelt nicht wegzudenken, machte die Banco Santander zur grössten Bank der Eurozone und steuerte sie auch in der spanischen Wirtschaftskrise sicher ohne staatliche Geldspritzen: Emilio Botín. In der Nacht auf Mittwoch erlag der aus Santander stammende Banker einem Herzinfarkt und verstarb mit 79 Jahren in Madrid. Er .. Artikel weiterlesen

    • 12.07.2013 [Kommentare: 0]

      HINTERGRUND: Das Spiel mit den Zahlen

      Unsere Welt ist komplex und viele Zusammenhänge, gerade auch im wirtschaftlichen Umfeld, kann der Laie schwer erfassen. Die Medien sollten eigentlich informieren und die Menschen unterstützen, sich eine Meinung bilden zu können. Leider werfen die Medien in vielen Fällen mit Zahlen um sich, die aus dem Zusammenhang geri.. Artikel weiterlesen

    • 05.07.2013 [Kommentare: 0]

      NEWS: Spanien: Die Krise erreicht das Militär

      Das spanische Militär muss in Zukunft den Gürtel enger schnallen. Wegen der Krise fehlt es am nötigen Kleingeld. Kritiker wenden allerdings ein, dass es auch an einem klaren Konzept fehlt.Wie ein Krieg fordert auch die derzeitige Krise in Spanien ihre Opfer: Die "Principe de Asturias" war 25 Jahre lang das Flaggsc.. Artikel weiterlesen

    • 18.06.2013 [Kommentare: 0]

      NEWS: Wenig Geld für die Forschung in Spanien

      Spanien hat inzwischen eine Schuld von 200 Millionen Euro an Quoten bei internationalen Laboratorien wie zum Beispiel der CERN in Genf angehäuft.Auch bei der Europäischen Weltraumbehörde und der Europäischen Wissenschaftsstiftung steht Madrid tief in der Kreide. Fachleute befürchten, dass sich damit viele Orte f&u.. Artikel weiterlesen

    • 19.01.2012 [Kommentare: 0]

      NEWS: Erhöhung der Einkommenssteuer

      Das spanische Parlament hat am 30.12.11 einer Erhöhung der Einkommenssteuer zugestimmt, die zunächst für 2 Jahre gelten soll.Diese Steuererhöhung verursacht beim Steuerzahler im Schnitt eine Mehrbelastung von 222 Euro. Am härtesten trifft dies die Einkommensschicht bis 33.000 Euro/ Jahr, welcher 85 der Arbeitnehm.. Artikel weiterlesen

    • 11.01.2012 [Kommentare: 0]

      NEWS: Katalonien lehnt Sparprogramm ab

      Für die spanische Regierung unter Mariano Rajoy sind die regionalen Regierungen die Hauptschuldigen für die Überschreitung des Defizitziels von 2011 (jetzt schon über acht Prozent). Ein Ziel, das in Absprache mit der EU zur Stabilisierung der Euro-Zone ausgehandelt wurde. Genau aus diesem Grund will die zentrale spanis.. Artikel weiterlesen

    • 08.08.2011 [Kommentare: 0]

      NEWS: Armut in Katalonien breitet sich aus

      Am schlechtesten geht es Babys, Kleinkindern und Rentnern. Viele der älteren Menschen haben pro Monat weniger als 640 Euro zur Verfügung, um ihr Leben zu bestreiten. Nimmt man die vielen Standardkosten, bleibt für die Ernährung nicht viel übrig. Und so ist es nicht die Unterernährung, wie sie grosse Landstric.. Artikel weiterlesen

    • 22.07.2011 [Kommentare: 0]

      HINTERGRUND: Wie sicher sind sichere Anlagen noch?

      Wahrscheinlich von vielen Anlegern unbemerkt hat die CNMV (Comisión Nacional del Mercado de Valores – spanische Wertpapieraufsicht) Ende Juni ihre Regeln für Geldmarktfonds geändert: nachdem sie bisher nur in Anlagen investieren durften, die wenigstens ein A2-Rating (ziemlich sicher) haben, ist es diesen nun erlaubt.. Artikel weiterlesen