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    HINTERGRUND: Express-Scheidung wird in Spanien angenommen

    13.01.2008 - Clementine Kügler 

    Seit der Reform der Ehescheidung im Juli 2005 ist es sehr viel einfacher geworden, sich scheiden zu lassen. Es müssen keine Gründe mehr angegeben werden und auf die einjährige Trennungszeit wird verzichtet. Bei gegenseitigem Einverständnis (ruptura amistosa) dauert die Scheidung vor Schnellgerichten nur noch zwei Monate, im Streitfall ein halbes Jahr. Damit wurden Scheidungen schneller und billiger, es sollte weniger Streit geben, weil auf den „Schuldigen“ verzichtet wird, die Gerichte werden entlastet und ein ganz wichtiger Punkt: Es wird die Möglichkeit des gemeinsamen Sorgerechtes gefördert, das schriftlich festgelegt wird.

    2006 und 2007 wurden in jeweils neun Monaten fast 100 000 Scheidungen rechtskräftig, 40 Prozent mehr als in den Vorjahren. Die meisten erfolgten „express“ und im gegenseitigen Einverständnis. 2004 waren 80 000 Kinder betroffen, 2006 stieg die Zahl auf 118 000 Minderjährige.

    Besonders große Kritik übt das katholische Instituto de Política Familiar (IPF) an dieser Reform, die es ermöglicht, dass sich Paare jetzt nach nur drei Monaten (zuvor musste man mindestens ein Jahr verheiratet gewesen sein) scheiden lassen können. Im Fall von Misshandlungen, entfällt die Dreimonatsfrist übrigens.

    Für die Kinder ist die Trennung der Eltern weniger traumatisch, wenn die Kinder zu beiden Familien engen Kontakt halten. Dies wird durch das früher rechtlich vorgesehene, aber kaum praktizierte gemeinsame Sorgerecht erleichtert. Der ehemalige Justizminister López Aguilar entgegnete auf Kritiken, dass das gemeinsame Sorgerecht nur festgelegt werde, wenn beide Eltern einverstanden seien und auch die Kinder angehört würden.

    Ein im Dezember erlassenes Gesetzesdekret für einen Garantiefond für Unterhaltszahlungen sieht vor, dass die Regierung einspringt, falls ein Ehepartner seinen Unterhaltszahlungen nicht nachkommt. Allerdings werden die Beträge von 100 Euro pro Kind und Monat von Seiten der Betroffenen-Verbände als „lächerlich“ bezeichnet.

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