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    HINTERGRUND: Frauen und Macht in Spanien

    18.03.2011 - Stefanie Claudia Müller 

    Es gibt viele arbeitende Frauen in Spanien, aber sie haben wenig Macht. Mit dem Gleichstellungsgesetz aus dem Jahr 2007, das in Teilen erst 2015 in Kraft tritt, wurde nach Meinung vieler Experten mehr Polemik erzeugt, als wirklich etwas für Spanierinnen verbessert wurde.

    Das liegt auch daran, dass keine gesetzliche Quote für die Privatwirtschaft gefordert, sondern nur eine Empfehlung ausgeprochen wurde, die Verwaltungsräte paritätisch zu besetzen. Eine Studie von Add Talentia zeigt, dass die Verwaltungsräte der Unternehmen nach wie vor von Männern bestimmt werden, nur elf Prozent der dortigen Posten sind in Händen von Frauen. 20 Prozent der untersuchten Firmen haben sogar gar keine Frau in den Führungsorganen. „Wir haben jedoch mit dem Gesetz erreicht, dass Gleichberechtigung ein größeres Thema geworden ist in der Wirtschaft und viele Firmen sich schon aus Imagegründen Frauen in den Vorstand holen“, sagt Elena Morales de Uriarte von der Madrider IE Business School.

    Der geringe Anteil von Frauen in den Entscheidungsgremien der Wirtschaft und der Transportwirtschaft im Besonderen ist auch deswegen überraschend, weil Spanien nach einem Bericht des Weltwirtschaftsforums weltweit das Land mit der höchsten weiblichen Beschäftigungsquote ist, 48 Prozent. Nur in den USA arbeiten noch mehr Frauen.

    Zu den Erfolgsgeschichten gehört zum Beispiel Berta Escudero, derzeit Chief Supply Chain Officer bei dem Textilunternehmen Grupo Cortefiel. Aber Escudero hält sich dennoch für einen “Sonderfall”, an dem allerdings auch die Frauen selber Schuld tragen: “Die größte Bremse ist oft ihre geringe Bereitschaft zur Mobilität.” Spanien ist immer noch ein Land, wo Familientraditionen sehr gepflegt werden und Wochenendbeziehungen eher eine Randerscheinung sind.

    Wenn es geht, dann versuchen Spanier immer, in der Nähe der Familie zu bleiben: “Das gilt vor allem für uns Frauen, da die Großeltern, oft unsere Kinder mit großziehen”, sagt Ana Patricia Botín, einer der Vorzeige-Frauen aus der spanischen Wirtschaft, die stets bei den Rankings der weltweit wichtigsten Frauen auftaucht. Sie hat allerdings nichts mit Logistik zu tun. Die dreifache Mutter leitet derzeit die britische Filiale der größten spanischen Bank, Grupo Santander.

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