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Barcelona für Deutsche



    HINTERGRUND: Frauenpower und Suppernannies

    19.05.2008 - Stefanie Claudia Müller und Jenna Steenken 

    Während in Deutschland nach wie vor ein wahrer Glaubenskrieg tobt, welches Modell für Kinder und Gesellschaft wohl das Beste sei, sind sich die Spanier einig. Nur als Hausfrau und Mutter zu Hause zu sein, ist out, wer nicht arbeitet gilt als antiquiert.
    Kinder sind in der spanischen Gesellschaft sehr angesehen und die meisten Spanierinnen möchten welche, aber sie wollen auch arbeiten. Viele schaffen es mit einer Großfamilie nach ganz oben, wie einige der neuen Ministerinnen im spanischen Kabinett (siehe Foto) und die vielfach prämierte Ana Patricia Botín. Die Präsidentin der spanischen Bank Banesto hat drei Kinder und neben ihrer Familie über 10 000 Angestellte unter sich. „Die Großeltern sind enorm wichtig“, sagt die attraktive 48-Jährige. Sie holen mit Begeisterung die Kinder von der Schule ab und unternehmen auch am Wochenende gerne etwas mit ihren Enkeln. Aber auch die moderne spanische Gesellschaft sei wichtig, die Mütter wie sie, die ihre Familie und ihre Unternehmen gleichermaßen gut führen wollen, inzwischen voll unterstütze.

    Zwar gäbe es keine genauen Zahlen darüber, wie viele der Frauen, die arbeiten, tatsächlich Mütter sind, „aber wir wissen, dass die meisten weiblichen Führungskräfte anders als zum Beispiel in den USA auch eine Familie haben,“ sagt Celia de Anca, Expertin für Diversität im globalen Management bei der Madrider Businessschule Instituto de Empresa. Am einfachsten ist das im IT-Sektor, wo die Unternehmen am meisten in die Vereinbarung von Familie und Arbeit investieren. Karriere machen Spanierinnen zudem im Finanzsektor und bei allem, was mit Kommunikation zu tun hat, aber auch in der Justiz sind Frauen sehr weit nach oben gekommen. „Dort werden ihre diplomatischen und sehr guten analytischen Fähigkeiten geschätzt,“ sagt de Anca.

    Neben dem positiven Image hilft arbeitenden Frauen das breit gefächerte Betreuungsangebot, dass bereits dreimonatige Säuglinge aufnimmt. Wer es vorzieht, sein Kind in den eigenen vier Wänden betreuen zu lassen, hat eine relativ große Auswahl an bezahlbaren (zwischen 600 und 1 000 Euro im Monat) Kindermädchen, die bei Bedarf mit im Haus wohnen und sich vom Einkauf über Wäsche und Kinder um alles kümmern, was den Haushalt betrifft.

    Es gibt aber auch in Spanien Frauen, die sich wie Maria Martinez bewusst für eine Arbeitspause entscheiden. Nach einem Jahr mit wenig Schlaf und im organisatorischen Dauerstress, in dem sie und ihr Mann sich die Klinke in die Hand gaben, sie viele Stunden im Stau verbrachte und der vierjährige Sohn unter wachsenden Konzentrations- und sozialen Problemen litt, beschloss die 34-Jährige ihren Job vorerst aufzugeben. „Wir haben jetzt zwar etwas weniger Geld im Monat zur Verfügung, aber in der momentanen Situation war das die richtige Entscheidung für uns alle“, sagt sie. Wenn ihr zweiter Sohn im September von neun bis fünf Uhr in die öffentliche Schule geht, wird sie wieder in ihren Beruf einsteigen und freut sich schon darauf.

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