Barcelona
Please wait for while...
Barcelona

Barcelona für Deutsche



    HINTERGRUND: Sozialisten fordern mehr Geld für Katalonien

    02.04.2008 - Konrad-Adenauer-Stiftung Spanien 

    Beflügelt vom guten Wahlergebnis wird auch der katalanische PSOE-Ableger PSC immer selbstbewusster und stellt eigene Forderungen. Dabei versucht die PSC den Spagat zwischen dem Ansinnen, ein Teil der PSOE zu sein, aber gleichzeitig auch gewisse regional-nationalistische Züge zu entwickeln und so der links von ihr stehenden nationalistischen ERC Konkurrenz zu machen. Dabei lässt es die PSC durchaus auch auf Auseinandersetzungen mit der Zentralpartei in Madrid ankommen.
    So forderte die PSC jetzt einen größeren Brocken aus dem Ausgleichsfond der Regionen und wird bei dieser Forderung von den nationalistischen Parteien aller Couleur unterstützt.

    Das von der PSC verteidigte Modell sieht einer kritischen Studie des Institutes für ökonomische Analyse (IAE) zufolge zusätzliche Einnahmen Kataloniens von rund 14 Milliarden Euro jährlich vor. Damit gebe es Ähnlichkeiten mit den Finanzprivilegien des Baskenlandes, das sich bereits jetzt nicht am gemeinsamen Finanzsystem (Régimen Común) der spanischen Regionen, einem Art Länderfinanzausgleich, beteiligt, sondern über mehr Kompetenzen im Steuersystem verfügt. Dem Autor der Studie zufolge wird die Angleichung Kataloniens an das baskische Finanzierungssystem „sehr gravierende Auswirkungen für den Staat und für den Rest der Regionen“ haben. Das Projekt würde „auf erhebliche Weise die Kapazität des Staates mindern, das Niveau öffentlicher Dienste in den übrigen Regionen aufrecht“ zu erhalten.

    Konkret bedeute der Transfer von 14 Milliarden Euro an Katalonien eine Reduzierung der Einnahmen anderer Regionen um rund 17 Prozent. Die „Stiftung für angewandte ökonomische Studien“ (FEDEA), glaubt, dass der Vorschlag der PSC „fast gänzlich die Einnahmen des Zentralstaates, die in Katalonien anfallen, absorbieren“ würde. Katalonien führe daher in Zukunft rund 70 Prozent weniger Mittel an den Staat ab. Es würde sich „der Widerspruch ergeben, dass eine Region mit einem Einkommen, welches weit über dem Durchschnitt liegt, auch noch Subventionen vom Rest des Landes erhalte“, so die Studie. Diesen Vorschlag anzunehmen, hieße deshalb das „Prinzip der Gleichheit“ auf-zugeben.

    Die Experten befürchten die Verstärkung zentrifugaler Kräfte durch weitere sich gegenseitig hochschaukelnde nationalistische Forderungen. Diese gefährdeten das Solidaritätsprinzip zwischen den spanischen Regionen. Regierungsplänen zufolge soll in diesem Jahr die Reform des Gesetzes über die Autonome Finanzierung („Ley Orgánica sobre Financiación Autonómica“) angegangen werden. In diesem Zusammenhang könnten auch aus anderen Regionen ähnliche Forderungen wie die der katalonischen Sozialisten laut werden.

    Kommentare (0) :

    Artikel kommentieren
    Artikel-Archiv
    • 11.12.2017 [Kommentare: 0]

      Madrid und Barcelona verhandeln mit „Uber“ und „Cabify“ über eine neue Lizenz

      Madrid und Barcelona planen eine spezielle, zweite Lizenz für Mietwagen mit Fahrer, wie der Service von „Uber“ und „Cabify“ häufig offiziell genannt wird. Auf diese Weise hoffen die Städte eine der wichtigsten Forderungen der regulären Taxifahrer zu erfüllen, denn diese hatten Ende November für 24 Stunden gestreikt, und in diesem.. Artikel weiterlesen

    • 29.11.2017 [Kommentare: 0]

      Maßnahmen gegen die Gewalt an Frauen

      Allein in Barcelona sind seit November 2016 drei Frauen und ein Baby ermordet worden, ein weiteres ungeborenes Baby wurde durch einen Mordversuch nur vier Monate alt. Sie alle wurden Opfer häuslicher Gewalt.31 Prozent der Frauen, die in Barcelona leben, haben im Laufe ihres Lebens schon einmal schwere häusliche Gewalt erlebt. Die.. Artikel weiterlesen

    • 20.11.2017 [Kommentare: 0]

      Fast 40 Prozent der Spanier werden im Jahr 2050 älter als 65 Jahre sein

      In weniger als dreißig Jahren werden fast vierzig Prozent der Bevölkerung in Spanien, Japan, Korea, Griechenland und Portugal über 65 Jahre alt sein. Für das Jahr 2050 wird sogar erwartet, dass die Anzahl der 80-jährigen Personen in Spanien noch einmal um das Doppelte steigen wird. In Italien, Deutschland und Portugal wird von den.. Artikel weiterlesen

    • 20.10.2017 [Kommentare: 0]

      Friedhöfe in Barcelona: ein düsterer Zauber

      Die Friedhöfe von Barcelona strahlen ihren ganz eigenen Charme aus und sind weit mehr als gruselig: Neben der Kunst, die sich in Form von Statuen und Monumenten auf den Friedhöfen befindet, sind mittlerweile auch die Friedhöfe selbst zu Teilen von Literatur und Film geworden. Die berühmtesten der neun Friedhöfe sind der Cementerio.. Artikel weiterlesen

    • 16.10.2017 [Kommentare: 0]

      Wohin mit alten Möbeln und Sperrgut?

      Was passiert mit alten Möbeln, die sich nicht mehr verkaufen oder verschenken lassen? Auch in Barcelona gibt es verschiedene Möglichkeiten, alte Möbel und Sperrmüll ordnungsgemäß zu entsorgen: Um die korrekte Entsorgung zu erleichtern, gibt es für jede Straße in Barcelona einen eigenen Tag zur kostenlosen Abholung von alten Möbeln... Artikel weiterlesen

    • 25.09.2017 [Kommentare: 0]

      Schafe und Ziegen unterstützen spanische Feuerwehr

      Immer wieder sorgen Waldbrände auf der iberischen Halbinsel und insbesondere in Spanien für gewaltige Schäden. Um den verheerenden Feuern vorzubeugen, wurde in Katalonien nun ein neues Pilotprogramm gestartet: Dabei kommen Schafe und Ziegen als Feuerwehrleute zum Einsatz. Fressen gegen Flammen. Der Job der Paarhufer: Sie müssen tun, was.. Artikel weiterlesen

    • 13.09.2017 [Kommentare: 0]

      Neuerungen bei Nachnamen in Spanien

      Dass die Spanier zwei Nachnamen haben, ist weithin bekannt: Dadurch gibt es zwar unendlich viele Kombinationen, doch einige wenige Namen, die dominieren. Ein neues Gesetz, das die spanische Regierung diesen Sommer erlassen hat, soll nun für mehr Abwechslung in der Namenslandschaft sorgen. Systemänderung: Nachname der Mutter gleichrangig.. Artikel weiterlesen

    • 03.08.2017 [Kommentare: 0]

      Wo die Vitamine wachsen: Gewächshäuser bei Almería

      Egal ob in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder in Spanien: Wer in der Obst- und Gemüseabteilung auf das Etikett sieht, stellt fest, dass dort meist Spanien als Herkunftsland angegeben wird. Kein Wunder, denn ein Drittel des in der EU produzierten Obsts stammt aus Spanien, das mit 942 000 Hektar Agrarfläche der größte Obstanbauer in.. Artikel weiterlesen

    • 31.07.2017 [Kommentare: 0]

      Barcelona wird grüner: Projekt zur umfangreichen Bepflanzung der Stadt initiiert

      Barcelonas Stadtzentrum ist nicht besonders grün und darüber hinaus hat es eines der größten Verkehrsaufkommen Europas. Nun wurde mit dem „Plan del Verde y de la Biodiversidad de Barcelona 2020” (Plan für Grün und Artenvielfalt in Barcelona 2020) ein umfangreiches Projekt zur Begrünung der Stadt initiiert. Es gibt in Barcelona durchaus.. Artikel weiterlesen

    • 25.07.2017 [Kommentare: 0]

      INTERVIEW: Der Bio-Konsum in Spanien schnellt in die Höhe

      Nicht nur die Deutschen kaufen gerne Bio, auch in Spanien befindet sich die Bio-Branche in stetem Wachstum. Die spanische Messe für Bio-Produkte und nachhaltigen Konsum heißt BioCultura und wird von dem Verein Vida Sana organisiert. Die Generalsekretärin und Verantwortliche für Aus- und Weiterbildung dieses Vereins Montserrat Escutia.. Artikel weiterlesen