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    HINTERGRUND: Spanien - eine Übersicht aus wirtschaftlicher und steuerrechtlicher Sicht

    13.05.2008 - Susanne Rust, Aranda International Assistance, S.L. 

    Seitdem das Königreich Spanien 1985 der Europäischen Union beigetreten ist, hat es einen Prozess der wirtschaftlichen Stabilisierung erfahren. Mit einer Ausdehnung von 548 000 Quadratkilometern, ist Spanien das zweitgrößte Land der EU und mit 43 Millionen Einwohnern das fünftgrößte in Bezug auf die Bevölkerungszahl.

    Die spanische Wirtschaft lebt zum großen Teil von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die vor allem Handel mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten betreiben. 75 Prozent aller spanischen Exporte haben eine Endbestimmung innerhalb der EU, wobei Deutschland das Land ist, in welches die meisten spanischen Exporte fließen. 66 Prozent aller spanischen Importe kommen aus den EU-Mitgliedsstaaten, auch hier ist Deutschland einer der wichtigsten Handelspartner Spaniens. Neben dem Handel sind auch viele deutsche Firmen direkt in Spanien niedergelassen oder haben eine Betriebstätte.

    Einer der Gründe dafür, dass viele deutsche Firmen aus dem Mittelstand oder eigenständige Unternehmer sich in Spanien niederlassen, sind sicherlich die relativ geringen Kosten bei der Gesellschaftsgründung. So beträgt z.B. das Stammkapital einer spanischen Gesellschaft mit beschränkter Haftung 3 006,05 Euro (Sociedad Limitada). Die steuerlichen Belastungen für in Spanien ansässige Unternehmen setzen sich in der Regel wie folgt zusammen: Der allgemeine Körperschaftsteuersatz beträgt 30 Prozent, wobei Gewinne bis 120 202,40 Euro bei einem Jahresumsatz von weniger als 1,5 Millionen Euro zu einem niedrigeren Steuersatz von 25 Prozent versteuert werden können. Die Arbeitgeber zahlen Sozialabgaben in Höhe von circa 31 Prozent über ausgezahlte Löhne und Gehälter. Die spanische Mehrwertsteuer beträgt im Allgemeinen 16 Prozent.

    Durch das gesunde wirtschaftliche Klima, eine gute Infrastruktur und ein relativ übersichtliches Besteuerungssystem, sowie den Zugang zu den Märkten in Lateinamerika, wurde in den letzten Jahren in Spanien ein Zuwachs an Direktinvestitionen aus den EU-Staaten und besonders aus Deutschland verzeichnet. Das solide Wachstum der spanische Wirtschaft ermöglichte es zahlreichen mittelständischen deutschen Firmen, Rückgänge in der Binnennachfrage auszugleichen.

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