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Barcelona für Deutsche



    HINTERGRUND: Spanien und die Lebensqualität – Was gut ist und wo es Aufholbedarf gibt

    24.07.2013 - Doris Oberleiter / Barcelona für Deutsche 

    Lange Zeit galt Spanien als kleines Paradies: Sonnenschein, Strand, Meer, guter Wein, leckeres Essen – was will man mehr? Auch wenn das pro Kopf Einkommen immer unter dem OCDE-Durchschnitt lag, wurde die Lebensqualität stets als sehr hoch bewertet. Die Krisenjahre haben in der Zwischenzeit allerdings ihre Spuren hinterlassen. Bei dem diesjährigen OCDE Better-Life-Index – mit dem Seit 2011 die Lebensqualität in verschiedenen Ländern gemessen wird, liegt Spanien nur auf Platz 20. Gemessen werden dabei auch soziale Faktoren wie Wohnsituation, Bildung, Gesundheit oder Sicherheit. Damit unterscheidet sich der Index klar vom BIP, bei dem es nur um wirtschaftliche Daten geht. Die Ergebnisse für Spanien zeigen, was als gut eingeschätzt wird und wo es dringend etwas zu tun gibt. Hier eine kurze Zusammenfassung:

    Das Beste am Leben in Spanien

    Das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit
    Spanien schneidet in diesem Bereich mit der Note 9 ab und liegt damit auf dem guten 5. Platz. Nur 6 Prozent der Spanier arbeiten mehr als 50 Stunden pro Woche, die Freizeit hat einen hohen Stellenwert: Im Durchschnitt werden pro Tag 16 Stunden außerhalb der Arbeit verbracht, natürlich inklusive der Stunden, die geschlafen werden.
    Die Gesundheit
    Mit einer Lebenserwartung von 82 Jahren liegt Spanien noch immer klar über dem Durchschnitt. Drei von vier Spaniern sagen, sie seien gesund und fühlen sich gut – ein Schnitt, der sich durchaus sehen lassen kann.
    Der Zusammenhalt
    93 Prozent der Spanier geben an, sie hätten jemanden, dem Sie vertrauen und den sie um Hilfe bitten können, wenn Not am Mann ist. Das sind drei Prozentpunkte mehr als der OECD Durchschnitt. Gerade der Zusammenhalt innerhalb der Familie ist in Spanien immer noch stark ausgeprägt – eine Tatsache, die in Krisenzeiten soziale Probleme etwas abfangen kann.

    Hier gibt es Aufholbedarf

    Arbeitsplätze
    Es ist keine große Überraschung, dass Spanien bei diesem Punkt am schlechtesten abschneidet. Mit einer Arbeitslosigkeit von über 27 Prozent liegt das Land abgeschlagen hinter dem Durchschnitt. Besonders besorgniserregend sind die hohen Zahlen in Sachen Jugendarbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit.
    Gehalt
    Auch hier ist Spanien bei den Schlusslichtern. Laut OECD liegt das durchschnittliche Netto-Einkommen einer Familie in Spanien bei rund 23.000 Dollar, das sind umgerechnet 17.500 Euro. Die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich macht der OECD Sorgen.
    Bildung
    In Spanien haben etwa 53 Prozent der Erwachsenen weiterführende Studien absolviert, im OECD Durchschnitt sind es dagegen ganze 74 Prozent. Die große Gefahr dabei sind die langfristigen Probleme bei der Wettbewerbsfähigkeit des Landes.

    So steht es also um Spanien, die Länder mit der höchsten Lebensqualität sind übrigens Australien, Schweden, Kanada und Norwegen. Deutschland liegt nur knapp vor Spanien auf Platz 17.

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