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    HINTERGRUND: Zahl der Wirtschaftsanwälte schrumpft in Spanien

    10.08.2008 - Rechtsanwalt Karl Lincke 

     In Spanien gibt es im Vergleich zu Deutschland sehr große Anwaltskanzleien. Diese sind kontinuierlich gewachsen bis sie eine Größenordnung von gegenwärtig 700, 800 und sogar 1 650 Anwälten erreichten. Großgeworden sind die Kanzleien mit dem starken Wirtschaftswachstums der zurückliegenden Jahre. Profitiert hat man dabei von vielen Immobilientransaktionen und von unzähligen Unternehmensfusionen (in der Anwaltssprache: M & A, Mergers and Acquisitions, genannt).

    Nach Angaben von Mergermarkets ist der Wert der Operationen der zehn größten Anwaltsfirmen im ersten Halbjahr 2008 jedoch um 95 Prozent zurückgegangen. Das heißt, das Geschäftsvolumen ist von einem Gesamtwert von 464 Milliarden Euro in 2007 auf 22 Milliarden Euro abgefallen. Die sogenannten Kanzleibotiquen, die nur Immobiliengeschäfte oder M&A betreuen, werden es deshalb bei der aktuellen Krise schwerhaben. Während die Kanzleien in den letzten Jahren viele Anwälte eingestellt haben, ist derzeit zwar noch kein Rückgang zu verspüren, jedoch werden kaum noch Talente abgeworben, noch werden Neueinstellungen vorgenommen. Die Zurückhaltung in der einstigen Boombranche ist klar zu verspüren.

    In den deutsch-spanischen Kanzleien sieht es anders aus. Sie sind nicht so sehr vom lokalen Markt abhängig, sondern als internationale Wirtschaftskanzlei mehr vom deutsch- und englischsprachigen Ausland, vornehmlich vom deutschen Mittelstand, der seine Hausaufgaben in der Vergangenheit gemacht hat und exportiert wie eh und je. 

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