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    HINTERGRUND:  Allein, zu zweit oder doch lieber wieder allein? Die Anzahl der Singelhaushalte in Spanien steigt

    27.03.2012 - Meike von Lojewski / Barcelona für Deutsche 

    Laut einer Studie des amerikanischen Soziologen Erik Klinenberg, der kürzlich sein Buch “Going Solo: The Extraordinary Rise and Surprising Appeal of Living Alone” veröffentlicht hat, gibt es immer mehr Singelhaushalte auf der Welt. Auch in Spanien ist dieses Fenomen zu beobachten - trotz der Wirtschaftskrise. Seit deren Beginn ist die Anzahl Alleinwohnender um 17 Prozent gestiegen.

    In Ländern wie Deutschland, Frankreich, England oder Japan beläuft sich der Prozentsatz von Haushalten, in denen nur eine Person wohnt, auf 40 Prozent. In Grossstädten wie Paris steigt diese Zahl sogar auf 50, in Stockholm auf 60 Prozent. In Amerika liegt sie in Städten wie Denver oder Seattle immerhin bei 40 Prozent. Auch in Spanien entscheiden viele Menschen aus freien Stücken, allein zu leben: Laut der EPA (Encuesta de Población Activa) waren es im Dezember 2011 3,4 Millionen Personen. Den Grossteil (1,89 Millionen) nehmen dabei Nicht-Arbeitende, vor allem Pensionäre, ein.

    Worauf ist diese Tendenz zurückzuführen? Zum einen liegt es daran, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen deutich gestiegen ist. Viele Personen sind daher im Pensionsalter noch topfit und entscheiden sich dafür, ihren Lebensabend lieber allein als bei den Kindern oder in einem Altersheim zu verbringen. Dies birgt aber natürlich auch eine Gefahr: die Vereinsamung vieler alter Leute.

    Zum anderen ist der Anstieg der Singelhaushalte sicher auch darin begründet - so schreibt “El Mundo” -, dass die Frauen heutzutage viel emanzipierter sind als früher. Für sie ist es einfacher als noch vor einigen Jahren, sich bei Problemen von ihrem Partner zu trennen und finanziell unabhängig von ihm zu sein. Zudem ist auch die so genannte “Patchworkfamilie” ein gängiges Familienmodell, dass die Anzahl der Einzelhaushalte wachsen lässt.

    Viele Frauen sind ausserdem bereit, erst in einem etwas fortgeschritterenem Alter Mutter zu werden. Nach einem langen Studium wollen sie erst einmal ihre Freiheiten geniessen. Für sie ist dies nicht mehr ein Zeichen von Schwäche oder Einsamkeit. Im Gegenteil: Alleine zu leben zeugt von Unabhängigkeit und Erfolg. Man kann schlafen, so lange man will und ausgehen, wann man Lust dazu hat. Da ist man sogar dazu bereit, den Gürtel etwas enger zu schnallen als zu den Eltern zurückzuziehen oder in einer Wohngemeinschaft zu wohnen - wie “El Mundo” in interessanten Beispielen verdeutlicht. Den detaillierten Artikel zu diesem Theman können Sie hier nachlesen.

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