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Barcelona für Deutsche



    Interview mit deutschen Unternehmern in Katalonien

    18.03.2015 - BfD 

    Interview mit einem deutschen Musiker in Katalonien - Christian Boguslawski, Musiker und Leiter von Contrabaix

     

    Was macht Ihr Unternehmen?
    Contrabaix ist ein „cicle de música“ in der Region Baix Llobregat und Teil des Ateneu de Sant Feliu de Llobregat.
    Contrabaix organisiert Jazz-,Soul, Flamenco- und Popkonzerte außerhalb Barcelonas in Städten wie Sant Feliu de Llobregat,Viladecans oder Molins de Rei.

    Wie entstand Ihre Unternehmensidee?
    Der ursprüngliche Gedanke von Contrabaix war Kultur, genauer Jazz, auch außerhalb von Barcelona anzubieten.
    Wir möchten den Bewohnern der kleineren Städte rund um Barcelona die Chance geben, in ihren eigenen Städten Konzerte mit einem hohen Niveau zu erleben, und so das kulturelle Leben bereichern.

    Warum haben Sie sich in Katalonien/Spanien niedergelassen? 
    Ich bin als Erasmus-Student 2011 nach Barcelona gekommen, um ein Semester am Conservatori Superior del Liceu Musik zu studieren.
    Nach dem Ende des Semesters entschied ich mich dazu in Barcelona zu bleiben.
    Zum einen wegen der großartigen Jazz-Szene und zum anderen wegen der hohen Lebensqualität der Stadt.

    Was war für Sie größte Herausforderung zu Beginn? 
    Am Anfang natürlich die Sprache.
    Als ich nach Barcelona kam, konnte ich nicht mehr als „¿Hola, qué tal?“ sagen und musste mit Händen und Füßen kommunizieren. Dies hatte allerdings auch den Vorteil, dass ich Spanisch sehr schnell gelernt habe.
    Außerdem musste ich mich erst einmal auf die andere Mentalität einstellen, dessen positive Seiten wie Herzlichkeit, Offenheit, Kontaktfreudigkeit ich im privaten Leben sehr begrüße.  An die negativen Seiten wie Unpünktlichkeit (das berühmte „Mañana“) und einer oft chaotischen Organisation, gefolgt von einem „No te preocupes“, musste ich mich erst gewöhnen.

    Sprechen Sie Katalanisch/Spanisch?
    Ich spreche Spanisch fließend, wenn auch mit einem starken deutschen Akzent.
    Mein Katalanisch reicht aus, um im Alltag zu bestehen. Wenn ich aber über wichtige Themen sprechen muss, greife ich auf mein Spanisch zurück.

    Wo entstehen die meisten geschäftlichen Kontakte?
    Aufgrund meines eher ungewöhnlichen Berufes entstehen die meisten Kontakte in Jazz-Clubs oder Bars, wobei es für mich wichtig ist, so häufig wie möglich Konzerte zu besuchen, um neben den etablierten Musikern auch immer wieder neue zu entdecken, die für Contrabaix interessant sein könnten.

    Was raten Sie jemanden, der in Katalonien/Spanien eine Firma gründen will?
    Bevor man in Spanien eine Firma gründet/sich selbständig machen möchte, sollte man sich sehr gut mit den Normen, Gesetzen und vor allem den anfallenden Kosten beschäftigen.
    So liegt die Mehrwertsteuer auf Kulturveranstaltungen in Spanien bei 21%, während sie in Deutschland bei 7% liegt.

    Welcher Unterschied zu Deutschland fällt Ihnen hier am meisten auf?
    Das Klima. Was erst einmal sehr banal klingt, wirkt sich fundamental auf alle Bereiche des Lebens aus. Es verändert die Mentalität, den Lebensrhythmus, die Kultur und noch viel mehr. Es trägt sicherlich dazu bei, dass die Spanier die höchste Lebenserwartung in Europa haben.

    Was mögen Sie besonders an den Katalanen/Spaniern?
    Den Umgang miteinander. Spanier gehen schnell auf andere Menschen zu, so dass es leicht ist, Freunde in Barcelona zu finden.

    Gibt es etwas, das Sie  hier stört?
    Die Kluft zwischen arm und reich. Barcelona an sich ist eine reiche Stadt.
    Trotzdem sieht man überall Obdachlose und je nach Viertel Drogenhändler, Prostitution und die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch.
    Die „Crisis“ hat sicherlich ihren Teil dazu beigetragen, dennoch sollte es die Aufgabe der Politik sein, allen Menschen Perspektiven zu geben.

    Nennen Sie uns einige deutsche Marotten, die Sie nicht ablegen können. 
    Ich bin häufig sehr direkt, was viele Spanier als Unhöflichkeit werten.
    Außerdem habe ich es bis heute nicht geschafft, meinen Rhythmus an die spanische Lebensweise anzupassen. Ich halte es einfach nicht aus, bis 21:00 mit dem Abendessen zu warten.

    Können Sie ein Restaurant/ Bar empfehlen?
    Alcoba Azul. Eine winzige Bar mit guter Musik und tollem Ambiente.
    Direkt im Zentrum des Barri Gòtic , C/Sant Domenec del Call 14 .

    Big Bang Bar.
    Ein Jazz-Club im Herzen vom Barrio Raval,Carrer Botella, 7 .
    Freitags bis Sonntags Jam-Sessions.

    Was ist Ihr liebster Platz in Barcelona?
    Im Moment Poblenou. Ein Barrio voll mit Leben, aber nicht so hektisch wie das Zentrum. Außerdem halte ich mich gerne am Strand auf.

    Was vermissen Sie am meisten aus Ihrer Heimat?
    Typische deutsche Lebensmittel wie z.B. Vollkornbrot. Zum Glück habe ich inzwischen einen Supermarkt in meiner Nähe gefunden, der viele deutsche Produkte anbietet.

     

    www.contrabaix.com

     

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