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Barcelona für Deutsche



    Interview mit deutschen Unternehmern in Spanien - Wolfgang Harbauer, Eins Zwei Drei

    27.05.2015 - Barcelona für Deutsche 

    1. Was macht Ihr Unternehmen?

    Wir sind eine neue deutschsprachige Kita in Barcelona. Bei „Eins Zwei Drei – Kinder in Gracia“ betreuen wir Kinder von 4 Monaten bis 3 Jahren ganztägig und ganzjährig auf Deutsch. Außerdem bieten wir für Kinder von 3 bis 5 Jahren Nachmittags-Workshops an.

    2. Wie entstand Ihre Unternehmensidee?

    Aus einem ganz persönlichen Grund: Meine Frau und ich suchten einen Kindergarten für unsere Tochter, mit einem klar definierten pädagogischen Konzept und einer fundierten Spracherziehung auf Deutsch. Das Angebot hier in Barcelona ist eher rar, also haben wir die Sache selbst in die Hand genommen und mit zwei deutschen Kindererziehern die Idee weiterentwickelt.

    3. Warum haben Sie sich in Katalonien/Spanien niedergelassen?

    Die Kita haben wir natürlich hier gegründet, weil wir in Barcelona leben. Die Nachfrage ist da: Es gibt in Barcelona sehr viele deutsche oder deutsch-spanische Familien, die eine deutschsprachige Erziehung für ihren Nachwuchs suchen. Auch bekommen wir einige Anfragen von spanischen/katalanischen Eltern, die mit Deutsch auf dem ersten Blick nicht so viel zu tun haben.

    4. Was war für Sie größte Herausforderung zu Beginn?

    Die richtigen Räumlichkeiten zu finden. Das hat am meisten Zeit gekostet.

    5. Sprechen Sie Katalanisch/Spanisch?

    Mein Spanisch ist nach 12 Jahren in Spanien ganz passabel, beim Katalanisch beschränken sich meine Kenntnisse auf das Verstehen.

    6. Wo entstehen die meisten geschäftlichen Kontakte?

    Viel passiert über das private Umfeld oder direkte und indirekte Kontakte.

    7. Wie wirkt sich die verordnete Zweisprachigkeit auf Ihre Firma aus?

    Da sind wir wahrscheinlich ein Sonderfall, aber schon aus pädagogischen Gründen reden wir bei uns in der Kita nur auf Deutsch. Natürlich kommunizieren wir mit den Eltern in der jeweils bevorzugten Sprache, Deutsch, Spanisch oder Englisch.

    8. Was raten Sie jemanden, der in Katalonien/Spanien eine Firma gründen will?

    Spanisch zu sprechen, hilft. Bei des Auswahl eines Steuerberaters (Asesoría) sollte man viele Angebote einholen und vor allem jemanden aussuchen, dem man vertrauen kann. Hier gibt es nämlich so einige schwarze Schafe.

    9. Welcher Unterschied zu Deutschland fällt Ihnen hier am meisten auf?

    Generalisierungen sind nicht so mein Ding. Aber wenn es ums Business geht, gibt es schon eine gewisse Verhaltensweise: Der Deutsche will von A nach B und plant die Route millimetergenau, um ja keinen Fehler zu machen. Der Spanier will von A nach B und marschiert los. Ankommen tun beide, der eine vielleicht schneller, der andere mit mehr Erfahrung. Ich versuche, einen gesunden Mittelweg zu finden.

    10. Was mögen Sie besonders an den Katalanen/Spaniern?

    Das Fehlen der ständigen Zukunftsangst.

    11. Gibt es etwas, das Sie hier stört?

    Klar. Genauso wie es Dinge gibt, die mich in Deutschland stören.

    12. Nennen Sie uns einige deutsche Marotten, die Sie nicht ablegen können.

    Zukunftsangst, das typische „Was wäre wenn“-Denken.

    13. Können Sie ein Restaurant/ Bar empfehlen?

    „Mi Gracia“, supernetter, familiär geführter Argentinier, Calle Encarnacio, 52, Metro Joanic

    14. Haben Sie eine Hotelempfehlung?

    Auch wenn die Hoteliers in Barcelona das nicht so gerne hören, aber ich empfehle Freunden Airbnb.

    15. Was ist Ihr liebster Platz in Barcelona?

    Morgens, am Wochenende, wenn noch nicht so viel los ist, die Strandpromenade entlangjoggen.

    16. Was vermissen Sie am meisten aus Ihrer Heimat?

    Familie und Freunde.

    Das Interview wurde von Barcelona für Deutsche durchgeführt.

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