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    Los 156 grabados: Picassos spätes Werk zu sehen im Museu Picasso

    25.05.2016 - Meike von Lojewski / Madrid und Barcelona für Deutsche 

    Pablo Picasso ist zweifellos einer der grössten und berühmtesten Maler, Grafiker und Bildhauer, die es je in Spanien gab. Sein umfangreiches Gesamtwerk umfasst Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Plastiken und Keramiken, deren Gesamtzahl auf 50.000 geschätzt wird. Es ist geprägt durch eine große Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen.

     

    Zwischen 1963 und 1972 widmete sich der Künstler ausgiebig der Kunst der Druckgrafik. In dieser Zeit arbeitete er eng mit den Brüdern und Druckern Piero und Aldo Crommelynck zusammen. Aus dieser Zusammenarbeit gingen zwei grosse Serien hervor, mit denen sich Picasso auch in diesem  Bereich einen bedeutenden Namen machte: die eine ist die “Suite 347”, die zwischen dem 16. März und dem 5. Oktober 1968 entstand, die andere die “Suite 156”, die zwischen dem 24. Oktober 1968 und dem 25. März 1972 fertiggestellt wurde. Diese ist ab 27. Mai im “Museu Picasso” zu sehen.

     

    Die erste Arbeit der ,,Suite 156” ist Picassos Freund Piero Crommelynk gewidmet, zeigt ihn und seine Familie. Im Hintergrund eine nackte Frauengestalt, die an die Figuren aus Ingres' ”Türkischem Bad” entlehnt ist. Sie zeigt das Hauptthema der Serie: der nackte weibliche Körper, dessen Darstellung für Picasso weit über eine reine Aktdarstellung hinausgeht. Mal sieht Picasso die Frau als reines Symbol für Schönheit, mal in der Funktion als Modell, wie immer wieder in Zeichnungen mit dem Thema ”Der Maler und sein Modell” dargestellt. Picasso trägt auch seinem eigenen Lebensabschnitt, dem Alter, Rechnung mit den Zeichnungen des alt gewordenen Modells, das sich arglos und frei dem ebenfalls alt gewordenen Künstler präsentiert. Frauen als “heilige Huren”, Frauen im Zirkus, Frauen in der Abgeschiedenheit ihres Schlafzimmers, Frauen, die sich unbeobachtet fühlen, die sich zur Schau stellen.

     

    Zum ersten Mal wurden die Bilder 1973, wenige Wochen vor Picassos Tod, in der Pariser Galerie Louise Leiris der Öffentlichkeit präsentiert, wo sie wegen ihrer unverblümten Darstellung sinnenfroher Damen und voyeuristischer Herren Empörung und Kritik hervorriefen. Schliesslich sind sie durch die erotische Färbung Welten entfernt von den klassischen, fast fotoähnlichen Porträts aus Picassos Jugend. Dennoch manifestiert sich auch hier der unerschöpfliche Einfallsreichtum des Künstlers, für den ihn seine Anhänger bis heute schätzen.

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