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    NUTZWERT: Abfallproduktion nimmt in Spanien zu

    04.11.2007 - Clementine Kügler 

    Die Abfallproduktion jedes Spaniers ist seit 1990 um 60 Prozent gestiegen. Selbst wenn besser recycelt würde, kann kein System ein weiteres stetiges Wachstum verkraften, warnt das Umweltministerium. Die Zeitung El País hat in seiner monatlichen Umweltbeilage eine traurige Bilanz gezogen: 49 Prozent des Hausmülls in Spanien landen auf kontrollierten Müllhalden, 32 Prozent in Kompostierungsanlagen, nur neun Prozent werden komplett wiederverwertet, sieben Prozent werden zur Stromgewinnung verheizt und drei Prozent landen auf wilden Müllkippen.

    Greenpeace geht sogar davon aus, dass nur 11,5 Prozent des normalen Hausmülls recycelt werden, 88,5 Prozent landen auf Müllhalden oder werden verbrannt. Schuld daran sei die Verwaltung, die sich mit irreführenden Manövern zufrieden gäbe: gesetzlich vorgeschrieben ist die Mülltrennung in Orten mit mehr als 5000 Einwohnern. Um diese Richtlinie zu erfüllen, reicht es, dass Altglascontainer aufgestellt werden. Eine effektive Mülltrennung wird so nicht erreicht und schon gar nicht ein Bewusstsein, Müllproduktion zu vermeiden. Schuld daran ist aber auch die mangelnde Trennung in den Haushalten, die ein aufwändiges späteres Sortieren und hohe Kosten erforderlich macht.

    In die Mülltonnen im Wohnhaus sollte nur organischer Abfall geworfen werden, alle anderen Materialien gehören in Container. An vielen Plätzen und Straßenecken stehen blaue, gelbe und grüne Container, um Pappe und Papier, Plastik- und Blechbehälter sowie Glasflaschen zu sammeln. Die Apotheken haben Behältnisse, in denen man Medikamente deponieren kann. Papier und Glas muss man zum Container bringen. Eine gelbe Tonne kann man für Hausgemeinschaften oder Miethäuser beim Rathaus unter der Telefonnummer 010 beantragen. Es gibt Puntos verdes und Puntos limpios (siehe Foto), an denen verschiedene Container für Sondermüll bereitstehen und zusätzlich Puntos limpios móviles, die an bestimmten Tagen angefahren kommen, damit man seinen Sondermüll dann dort abgibt: kleine Haushaltsgeräte, kaputte Glasscheiben, Öl aus Fritteusen, Kleidung, Computer, Autobatterien etc..

    CDs gehören übrigens auch in den Sondermüll: eine CD braucht 5000 Jahre, bis sie sich auf einer Müllhalde zersetzt. Dabei ist ihr Material hochgradig wiederverwend-bar im Informatik- und Automobilsektor. Für Batterien wird seit zehn Jahren an einem Gesetzesentwurf gefeilt, der das gezielte Entsorgen regeln soll. Nur 20 Prozent werden in Elektroläden, Behältern im Stadtmobiliar oder den Puntos limpios eingesammelt und verwertet. Die Abholung von Sperrmüll im Stadtgebiet erfolgt jeden Mittwoch. Dann wird alles vor die Tür gestellt und die Stadtreinigung lädt das Gerümpel auf. Unter 010 kann man sich einen Termin geben lassen, wenn man außerhalb dieser Tage alte Waschmaschinen oder Sofas abholen lassen will. Auch das ist gratis.

    Zwar nehmen die Maßnahmen zur Mülltrennung zu, doch scheint das mehr dem Druck durch die EU-Normen geschuldet, als einer wirklichen Bewusstseinsveränderung der Bevölkerung. Sonst müsste das spanische Umweltministerium nicht in Werbespots die Bürger auffordern, keine Plastiktüten und Dosen ins Meer, keine Flaschen im Wald wegzuwerfen und beim Zähneputzen den Wasserhahn zuzudrehen. Eine Branche profitiert allerdings mit hohen Wachstumsraten von umweltbewussterem Verhalten: bei 25 Prozent der Einäscherungen in Spanien wird inzwischen Wert auf "grüne" Särge gelegt, berichtet die Zeitung El Mundo. 

    puntos limpios in Barcelona

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