Barcelona
Please wait for while...
Barcelona

Barcelona für Deutsche



    NUTZWERT: Erbschaft für Deutsche in Spanien (Teil 2)

    03.05.2010 - Tobias Schönfeld, Philipp Dyckerhoff 

    In Teil 1 dieser Reihe, im Dezember 2009, haben wir den Fall behandelt, dass in Spanien lebende Deutsche Vermögen in Deutschland erben.

    Nun geht es um spanisches Vermögen, wenn Erblasser und Erbe weiterhin in Deutschland leben. Der klassische Fall ist die Ferienimmobilie in Spanien.

    Wer in typischen Ferienregionen wie den Balearen hofft, in den Genuss der dortigen lokalen, reduzierten Erbschaftssteuer zu kommen, wird bitter enttäuscht. Das gilt genauso für Katalonien, wo auch eine erhebliche Reduzierung der Erbschaftssteuer geplant ist – aber eben nicht für alle.

    Denn nach dem spanischen Erbschaftssteuergesetz (LISD) gelten eben die staatlichen (nationalen) Erbschaftssteuertarife und nicht die autonomen (je nach autonomía stark reduzierten) Steuertarife, wenn der Erblasser oder der Erbe seinen Wohnsitz nicht in Spanien hat.

    Das spanische, staatliche Erbschaftssteuerrecht selbst sieht keinerlei Vergünstigungen in der vorliegenden Konstellation vor und schlägt mit einem vernachlässigbar geringen Freibetrag von circa 16.000 Euro und einem Steuersatz bis zu 34 Prozent voll zu.

    Bei weitsichtiger Planung sind steuersparende Gestaltungen bei der Vermögensübertragung möglich. Sie variieren von Fall zu Fall jedoch so sehr, dass sich eine im vorliegenden Rahmen nützliche, allgemeine Aussage nicht machen lässt. Sattdessen werden wir auf diesem Portal in den folgenden Wochen verschiedene konkrete Fallbeispiele vorstellen.

    Nun kommt aber auch noch der deutsche Fiskus ins Spiel: in Deutschland unterliegt auch die spanische Immobilie, wie die gesamte Erbschaft, selbstverständlich der deutschen Erbschaftssteuer. Immerhin gibt es im deutschen Erbschaftssteuergesetz einen Doppelbesteuerungsabzug, der es im Standardfall erlaubt, die in Spanien gezahlte Erbschaftssteuer in Deutschland weitestgehend wieder abzuziehen. Im Umkehrschluss ist dies aber auch der Grund, warum sich mancher über in Spanien gesparte Steuern zu früh freut. Denn was die Erben in Spanien sparen, zahlen sie in Deutschland wieder drauf. Dennoch können sich Gestaltungen in Spanien in bestimmten Fällen doch lohnen. Etwa dann, wenn aufgrund der hohen Freibeträge in Deutschland ohnehin keine Erbschaftssteuer zu zahlen ist. Dann darf sich der Erbe auch nach Abgabe seiner deutschen Steuererklärung noch über jeden in Spanien gesparten Cent freuen.

    Im Ergebnis lässt sich jedoch auch aus der Regel zur Doppelbesteuerung keine für diesen Rahmen brauchbare Faustregel ableiten. Zu unterschiedlich sind die Auswirkungen der Gestaltungen in Spanien im Zusammenspiel der beiden Rechtsordnungen, zu wichtig ist das richtige Timing.

    Jeder professionelle Rat sollte hier daher nicht nur langfristig (mitunter Jahrzehnte vor dem Erbfall) eingeholt werden, sondern immer auch das gesamte Vermögen (im In- und Ausland) berücksichtigen.

    Kommentare (0) :

    Artikel kommentieren
    Artikel-Archiv
    • 15.05.2017 [Kommentare: 0]

      Deutsche Unternehmen in Spanien – Eine Bestandsaufnahme

      Die Deutsche Handelskammer für Spanien (AHK) in Zusammenarbeit mit Germany Trade Invest (GTAI) haben den Bericht „Deutsche Unternehmen in Spanien – eine Bestandsaufnahme” verfasst, der am 19. April 2017 in der AHK Spanien vorgestellt wurde. Dieser Bericht handelt von dem aktuellen Stand der deutschen Unternehmen in Spanien, ihre.. Artikel weiterlesen

    • 27.02.2017 [Kommentare: 0]

      Die EU Kommission verwarnt Spanien wegen des Modelo 720

      Mitte Februar hat die EU-Kommission Spanien konkret aufgefordert, die Strafen beim Gesetz zur Deklarierung von Auslandsvermögen (modelo 720) zu reduzieren und dafür eine Frist von zwei Monaten gesetzt. Wenn innerhalb dieser Frist keine befriedigende Antwort seitens der spanischen Regierung vorliegen sollte, droht die EU-Kommission damit,.. Artikel weiterlesen

    • 01.02.2017 [Kommentare: 0]

      Alle Jahre wieder: Meldepflicht für Auslandsvermögen

      Mittlerweile zum fünften Mal sollten alle in Spanien unbeschränkt Steuerpflichtigen prüfen, ob sie erneut der Meldepflicht für Auslandsvermögen nachkommen und ihre Vermögenswerte im Ausland in einer gesonderten Steuererklärung (modelo 720) deklarieren müssen. Die Frist für das Jahr 2016 endet am 31. März 2017. Für diejenigen, die die.. Artikel weiterlesen

    • 14.12.2016 [Kommentare: 0]

      Aktuell: Nachforderungen trotz Steueramnestie 2012?

      Am 30. November ist es vier Jahre her, dass spanische Steuerschuldner mit der sog. declaración especial tributaria (modelo 750) einfaches Schwarzgeld so deklarieren konnten, dass Hacienda hierfür weder Sanktionen festsetzen noch weitere Steuern nacherheben (technisch: sie als ungerechtfertigtes Vermögen iSv Art. 39 LIRPF behandeln) durfte.. Artikel weiterlesen

    • 17.10.2016 [Kommentare: 0]

      Spanische Banken stehen vor Klagen in Miliardenhöhe

      Das Oberste Gericht in Spanien hat im Dezember 2015 ein Grundsatzurteil gesprochen: Etwa 80.000 deutsche Immobilienkäufer können verlorene Anzahlungen von rund 1,6 Milliarden Euro von den spanischen Banken zurückfordern. Die Finanzinstitute sind verpflichtet, die Anzahlungen für eine Immobilie in Spanien im Falle einer Insolvenz des.. Artikel weiterlesen

    • 05.10.2016 [Kommentare: 0]

      Mieteinnahmen in Deutschland richtig versteuern

      Viele Deutsche, die in Spanien leben, besitzen eine Immobilie in Deutschland, welche sie dort vermieten.Im genannten Fall ist es in der Regel so, dass die Immobilienbesitzer in Spanien unbeschränkt steuerpflichtig sind. Man ist immer dort unbeschränkt steuerpflichtig, wo man seinen Lebensmittelpunkt hat. Unbeschränkte Steuerpflicht.. Artikel weiterlesen

    • 05.09.2016 [Kommentare: 1]

      Der Brexit und die spanische Wirtschaft

      Vor einem Monat haben die Briten über die EU-Mitgliedschaft von Großbritannien entschieden. Eine Mehrheit von 51,9 % stimmte letztendlich für den Austritt aus der Europäischen Union, welcher nach europäischem Recht innerhalb von zwei Jahren vollzogen werden muss. Über die möglichen Folgen dieses sogenannten „Brexits“ wird derzeit.. Artikel weiterlesen

    • 07.07.2016 [Kommentare: 0]

      Touristensteuer: die Balearen bitten Urlauber zur Kasse

      Beschlossen wurde sie vom Parlament schon länger, jetzt ist sie in Kraft getreten: die Touristensteuer auf den Balearen. Seit 1. Juli müssen Mallorca-Urlauber die umstrittene Abgabe zahlen. Sie gilt aber auch für alle anderen balearischen Inseln - also für Ibiza, Menorca und Formentera. Urlaub auf den spanischen Inseln wird ab sofort also.. Artikel weiterlesen

    • 26.04.2016 [Kommentare: 0]

      Investieren in Spanien: Vor- und Nachteile der verschiedenen Gesellschaftstypen

      Die spanische Wirtschaft zeigt für 2016 einen positiven Wirtschaftstrend. Es wird wieder investiert, vor allem in Immobilien und Bruttoanlageinvestitionen. Wo am besten investieren in Spanien. Madrid ist ein Zentrum für ausländische Investitionen in Spanien. So hat zum Beispiel Amazon entschieden, sein europäisches Software-.. Artikel weiterlesen

    • 18.04.2016 [Kommentare: 0]

      Smart City und die Zukunft des Tourismus in Barcelona

      Abgeordnete des Rates der Stadt Köln, Partnerstadt von Barcelona, unternahmen letzte Woche auf eigene, private Kosten eine Informationsreise in die Smart City am Mittelmeer. Hierbei kamen einige Dinge zu Tage, die selbst den hier Ansässigen vielleicht noch gar nicht so bekannt sind. Was bedeutet eigentlich Smart City? Sind das die.. Artikel weiterlesen