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    NUTZWERT: Heißt es nun „Mein Hut der hat drei Ecken“ oder doch „Mi barba tiene tres pelos“?

    04.06.2013 - Patricia Hahne-Wolter / SchauHör Verlag 

    Der Wechsel zwischen Sprachen und Kulturen fällt Kindern leicht. Heißt es nun „Mein Hut, der hat drei Ecken“ oder doch „Mi barba tiene tres pelos“? Egal! Der Rhythmus ist ähnlich und das Weglassen der Wörter funktioniert in beiden Sprachen.

    Der Bedarf an mehrsprachigen Materialien wird wahrgenommen und wächst. Mehrsprachige Bücher finden ihren Weg in Haushalte, Kitas und Schulen. Aus einem einfachen Grund: Mehr- oder Zweisprachigkeit ist eine Chance für Kinder und Erwachsene. Die Chancen, die sich bieten, reichen von mühelosen Perspektivwechseln und grenzüberschreitenden Lösungsansätzen bis zu erweiterten beruflichen Möglichkeiten. Kinder werden heute mit unterschiedlichsten Sprachen konfrontiert, durch ihre Muttersprache, eine fremde Umgebungssprache, im Kindergarten durch die beste Freundin oder im frühkindlichen Förderkurs.

    In den ersten Lebensjahren erlernen Kinder keine Sprache, sie erwerben sie. Das ist kein bewusster Vorgang und schon gar nicht nach den Regeln eines Unterrichts. Es geschieht quasi nebenbei, dennoch regelhaft und strukturiert. Ein Begriff benötigt fast 40 Mal seine Anwendung, um im Wortschatz gut verankert zu werden. Deshalb müssen Sprechanlässe vielschichtig und interessant gestaltet sein. Einen leichten Zugang haben Materialien, die nicht Wortfamilien abarbeiten, sondern Kinder durch ihre fantasievollen Darstellungen inspirieren und sie animieren, selbst zu erfinden und die Worte zu sprechen.

    Sprache und Bewegung bilden eine wichtige Einheit, um den Wortschatz zu festigen und zu erweitern. Dessen sind sich die Autorin und die beteiligten Künstler bei dem just erschienen spanisch-deutschen Buch- und Musikwerk „Pin Uno, Pin Dos, Pin Tres“ bewusst. Über Jahre hinweg sammelte die Hispanistin Michaela Schwermann in Lateinamerika und Spanien Kinderlieder, Reime, Gedichte und Spiele. Nun da sie selbst eine Tochter zweisprachig aufzieht, bietet es sich an, die Sammlung auch für andere zugänglich zu machen. So entstanden leseflüssige Übersetzungen und didaktische Bearbeitungen jeweils in beiden Sprachen. Es folgten Gespräche mit dem in Vigo lebenden und mit dem spanischen Nationalpreis für Illustration ausgezeichneten Künstler Federico Fernández über spanische Bildwelten, um ein stimmiges zweisprachiges Werk zu veröffentlichen.

    Die Autorin ist zudem nicht nur Dozentin an der Universität, auch die Kleinsten werden in Essen von ihr in der Spielgruppe Mi casita verde bilingual bereut. Da wird natürlich oft gesungen und es liegt nahe, auch nach einer musikalischen Ergänzung des Buches zu suchen. Die fand Michaela Schwermann in dem deutsch-spanischen Duo Thomas Hanz & Sónnica Yepes, das in Essen lebt und arbeitet. Thomas Hanz leitet seit vielen Jahren das „Internationale Gitarrenfestival Ruhr“ und ist ein renommierter deutscher Gitarrist. Seine musikalischen Projekte reichen von Duo mit Kirchenorgel, Familienkonzerten bis zu Jazz und Tango. Seit zehn Jahren tritt er zusammen mit Sónnica Yepes vor tango-enthusiastisches Publikum. Sónnica Yepes stammt aus einer Madrider Schauspielfamilie, studierte Jazz-Gesang an der Folkwang Universität Essen und gibt internationale und deutsche Konzerten. Beide Musiker waren sofort begeistert von der Idee, die Lieder einem zweisprachigen Publikum nahe zu bringen.

    Es entstanden 15 freche, besinnliche und abwechslungsreiche Lieder, die sich Kinderohren nicht durch plumpe Arrangements andienen, sondern sie auf hohem musikalischen Niveau ernst nehmen.

    Insgesamt ist „Pin Uno, Pin Dos, Pin Tres“ ein zweisprachiger Haus- und Familienschatz, bei dem sich so richtig schön gestritten werden kann, was ist nun schöner: „Vamos a contar mentiras“ oder „Dunkel war‘s der Mond schien helle“ ...


    Weitere Informationen unter Pin Uno Pin Dos Pin Tres – Das große Buch der Kinderlieder und Reimspiele aus Spanien und Lateinamerika · SchauHör Verlag

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