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    NUTZWERT: Wie sieht der richtige private Krankenversicherungsschutz für Deutsche in Spanien aus?

    23.10.2007 - Versicherungs- und Finanzexperte Philipp Dyckerhoff 

    Eine allgemeingültige Antwort lässt sich hier nicht geben. Dafür ist das Thema viel zu komplex und von der Situation des einzelnen abhängig. Im Folgenden ein paar Anhaltspunkte, die bei einer Entscheidung helfen können. Generell gibt es neben dem Verbleib in der spanischen seguridad social, welcher nicht unbedingt zu empfehlen ist, zwei Möglichkeiten:

    1) Verbleib in der deutschen privaten Krankenversicherung (PKV)

    2) Abschluss einer spanischen privaten Krankenversicherung (siehe auch  Weshalb private Krankenversicherungen sich lohnen )

    Viele kommen nach Spanien und haben noch ihre deutsche PKV. Im ersten Schritt sollte hier geprüft werden, inwiefern der Versicherungsschutz in Spanien überhaupt noch gilt, gerade wenn man plant, für längere Zeit in Spanien zu bleiben. Viele Versicherungsgesellschaften erlauben einen vorübergehenden Aufenthalt im Ausland - dies ist natürlich ein dehnbarer Begriff.

    Es gibt auch Gesellschaften, die einen Zuschlag für das Ausland verlangen und andere, welche die Vertragslaufzeit im Ausland begrenzen. Sicherlich ist es nicht empfehlenswert, einfach in Deutschland angemeldet zu bleiben, nach dem Motto, dass dann die Versicherung schon zahlen wird, wenn man gesundheitliche Probleme bekommen sollte. Die Gesellschaften prüfen den Erstattungsanspruch und wenn dann herauskommt, dass man in Spanien gelebt hat, könnte der Versicherungsschutz in Gefahr geraten.

    Wichtig für die Entscheidung sind insbesondere die persönlichen Ziele. Gerade eine PKV, die schon sehr lange läuft, sollte man nicht so ohne weiteres kündigen, selbst wenn man plant, langfristig in Spanien zu bleiben. Einmal würden die teilweise beträchtlichen Rücklagen verloren gehen und bei einem Neuabschluss bei Rückkehr nach Deutschland würde das dann geltende Eintrittsalter gelten und auch das eine oder andere Wehwehchen kann die Aufnahme in eine PKV entweder erschweren oder sogar unmöglich machen.

    Wichtig ist auch der Arbeitgeberzuschuss. Wenn man einen spanischen Arbeitgeber hat und nicht in der angenehmen Situation ist, möglicherweise als Expat noch einen deutschen Arbeitsvertrag zu haben, muss man den vollen Beitrag selbst zahlen. Das kann sehr teuer sein, erst recht, wenn man mit Familie in Spanien ist und alle in der deutschen PKV versichert sind.

    Eine häufig sinnvolle Lösung ist die so genannte Anwartschaft: damit lässt man seine PKV praktisch ruhen, hat keinerlei Leistungsansprüche aus dem Vertrag, aber man behält seine Rücklagen, konserviert sozusagen seinen Gesundheitszustand (kleine Anwartschaft) und möglicherweise sogar auch sein ursprüngliches Eintrittsalter (große Anwartschaft). Einige Gesellschaften bieten nur die große Anwartschaft an. Dies ist immer im Einzelfall zu klären. Neben der auf Anwartschaft gestellten PKV könnte man dann eine spanische private Krankenversicherung abschließen.

    Vielleicht der wichtigste Aspekt bei der Optimierung der persönlichen Krankenversicherungssituation ist die Selbstbeteiligung (SB). Deutsche PKVs bieten Tarife mit SB an. Dabei sinkt mit steigender SB der Monatsbeitrag meist überproportional. Man fährt also häufig mit einer SB (teilweise sehr) viel günstiger als ohne SB. Dies ist leider wenig bekannt, stellt aber oft eine enorme Sparmöglichkeit dar. Jeder Einzelfall muss hier durchgerechnet werden, um das tatsächliche Sparpotential zu bestimmen. Wichtig ist die Selbstbeteiligung auch im Falle der Anwartschaft. Der Beitrag für die Anwartschaft wird in den allermeisten Fällen als Prozentsatz des Tarifbeitrags bestimmt. Wenn dieser nun durch Einführung einer SB gesenkt wird, sinkt natürlich auch der Beitrag für die Anwartschaft.

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