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    Pedro Almodóvar: Top oder Flopp?

    27.04.2016 - Meike von Lojewski / Madrid und Barcelona für Deutsche 

    Der spanische Kultregisseur Pedro Almodóvar ist in aller Munde: Zum einen, da im April sein mit Spannung erwarteter, 21. Film in den Kinos angelaufen ist - “Julieta”. Zum anderen aber auch, da sein Name in Zusammenhang mit den Panama-Papieren aufgetaucht ist. Doch der Reihe nach.

     

    Mit “Julieta” kehrte Almodóvar Anfang des Monats zurück auf melodramatisches Terrain. Der Film erzählt die Geschichte von Julieta in einer dreissigjährigen Zeitspanne von 1985 bis heute.

     

    Julieta (Emma Suárez) lebt mit ihrer Tochter Antía in Madrid. Sie leiden beide in Stille am Verlust von Xoan, Antías Vater und Julietas Ehemann. Doch manchmal bringt Trauer Menschen nicht näher zusammen, sondern treibt sie auseinander. Nach ihrem 18. Geburtstag verlässt Antía ihre Mutter ohne ein erklärendes Wort. Julieta sucht sie auf jedem erdenklichen Weg, aber alles, was sie herausfindet, ist, wie wenig sie über ihre Tochter weiss. Julieta ist mit ihrer eigenen Existenz völlig überfordert und steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Das Drama zeigt, welche Entscheidungen sie in 30 Jahren an diesen Punkt gebracht haben.

     

    Doch Almodóvar sagte alle öffentlichen Auftritte ab, die mit der Premiere von “Julieta” verbunden waren. Das gab’s noch nie. Almodóvar-Premieren sind Höhepunkte des spanischen Kulturlebens, seine Auftritte sind Kult und was Almodóvar sagt, ist für viele Spanier Gesetz. Was war passiert?

     

    Schuld sind die so genannten Panama-Papiere. Darin tauchen unter anderem die Namen von Pedro Almodóvar und seinem Bruder Agustín auf, dem Produzenten der Almodóvar-Filme. Die beiden hatten im März 1991 die Dienste des Genfer Büros von Mossack Fonseca in Anspruch genommen, um auf den Britischen Jungferninseln die Glen Valley Corporation zu gründen, die dreieinhalb Jahre später ihre Tätigkeiten einstellte. Ungünstig für Almodóvar: Vor wenigen Monaten erst hatte er ein Manifest mitunterzeichnet, das die Spanier aufforderte, „die Austeritätspolitik“ abzuwählen. Dass er jetzt selbst Teile seines Vermögens in eine Steueroase verschoben haben könnte, nimmt seiner Forderung die Glaubwürdigkeit.

     

    Schlussendlich steht Almodóvar allerdings zu seinem Fehler. Sein Bruder sei zwar für die finanziellen Dinge verantwortlich, aber seine Ignoranz sei keine Entschuldigung, räumte er ein. Zusammen würden sie die Verantwortung übernehmen.

     

    Ob diese Eingeständnisse Grund dafür sind, dass “Julieta” mit knapp 80.000 Zuschauern das schlechteste Startergebnis eines Almodóvar-Filmes seit zwanzig Jahren einfuhr? Sowohl Inhalt des Filmes also auch das echte Leben Almodóvars sind derzeit ja sehr traurig…

     
    Bild: Flickr

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