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    SEHENSWERT: Ein tierisches Erlebnis: Die Tiersegnung durch den Heiligen Antonius

    16.01.2015 - Meike von Lojewski / Madrid für Deutsche 

    In Spanien ist man momentan “tierisch gut drauf”: In Madrid und Barcelona, aber auch anderen Städten und Dörfern des Landes bereitet man sich derzeit auf einen uralten Brauch vor, die so genannte Tiersegnung.

    Diese wird am 17. Januar, dem Tag des Heiligen Antonius, gefeiert. An diesem Tag ist es nicht weiter verwunderlich, wenn man überall in den Strassen auf Tiere trifft, Hunde bellen, Katzen fauchen und Hasen durch die Gegend getragen werden.

    Aber auch Vögel und Reptilien reihen sich in den Zug ein, der zur Kirche pilgert - in Madrid ist naheliegenderweise das Gotteshaus “San Antón” im Zentrum der Stadt-, um vom Pfarrer ihren Segen zu erhalten.

    Viele werden sich fragen, wer der Heilige Antonius eigentlich ist. In Kirchen, aber auch in der bildenden Kunst wird ihm gern ein Schwein als Attribut zur Seite gestellt.

    Eigentlich steht der Mönch, der im Jahr 251 in einem Dorf namens Coma in Mittelägypten als Sohn reicher Eltern geboren sein soll, vor allem aber für sein Leben in Askese.

    Bereits im Alter von zwanzig Jahren verkaufte er seine sämtlichen Besitztümer und verschenkte sein ganzes Geld an die Armen. Entscheidend für diesen Schritt seien die Worte des Matthäusevangeliums Kapitel 19 Vers 21 gewesen:„Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib`s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach.

    “ Er zog sich in die Einsamkeit zurück und sammelte in späteren Jahren eine Vereinigung von Eremiten um sich, die er dabei unterstützte, ein spirituelles Leben in der Wüste zu führen. Er soll 105 Jahre alt geworden sein.

    Gemäss den alten Legenden hatte Sankt Antonius ein extrem gutes Verhältnis zu Tieren. So wird berichtet, dass sich dem Heiligen eines Tages eine Wildsau mit ihren Frischlingen näherte, die blind waren.

    Antonius kurierte die Blindheit der jungen Wildschweine und seitdem, so wird erzählt, habe sich die Mutter nicht mehr von ihm entfernt und ihn ständig beschützt. In späteren Zeiten fand man allerdings, dass so eine "Wildsau" nun doch ein zu "unzüchtiges" Tier für einen Heiligen sei, und deshalb hiess es, er habe das Schwein von seiner Unzucht befreit und gezähmt.

    Seitdem gilt er als Schutzpatron der Tiere. Deshalb war es früher bei den Landwirten der Brauch, die Nutztiere, die die Bauern bei der Feldarbeit unterstützten, an diesem Tag segnen zu lassen. Später wandelte sich die Tradition und seitdem wird jegliche Art von Haustieren zur Segnung gebracht.

    In die Kirche selbst dürfen die Tiere übrigens nicht, denn obwohl sie an diesem Tag im Mittelpunkt stehen, gilt wie immer: Tiere müssen draussen bleiben. Doch solange jedes von ihnen mit den Worten „Der Herr segne dieses Tier und der Heilige Antonius möge seinen Körper vor allem Unheil bewahren“ gesegnet wird, ist für die Tierbesitzer die Welt ohnehin in Ordnung.

    Denn die Segnung ist ein Zuspruch, der dem Menschen die Gewissheit gibt, dass auch die Tiere unter dem Schutz Gottes stehen. Zugleich soll sie daran erinnern, dass die Menschen in ihnen "die Grösse und Güte der Schöpfermacht Gottes erkennen" und sich an ihr freuen dürfen.

    Kommentare (1) :

    Kommentar von Sylvia am 20.01.2015

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