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Barcelona für Deutsche



    SERIE: Deutsche Unternehmer in Spanien

    17.06.2013 -  

    1. Was macht Ihr Unternehmen?
    Wir stellen europäischen Kunden eine kostenlose Versandadresse in unserem Warenlager in den USA zur Verfügung, bündeln mehrere Einkäufe eines Kunden und versenden unseren Kunden ihre US-Bestellungen zu absoluten Sonderkonditionen an ihre Wunschadresse, günstig und in 48 Stunden.

    2. Wie entstand Ihre Unternehmensidee?
    Durch mehrfache USA-Besuche staunten wir über die günstigen Preise und aufgrund der großen Unterschiede zu Europa haben wir gesehen, dass sich selbst nach Versand und Einfuhrabgaben noch immer signifikant sparen lässt oder auch Artikel bestellen lassen, die es bei uns nicht oder erst wesentlich später gibt. Neben dem Bedarf am Personal Shopping Service erkannten wir das Bedürfnis einer Versanddienstleistung, die schnell und günstig erfolgt und die Zollabwicklung auch gleich für den Kunden löst und somit den Bezug von Waren aus den USA spielerisch einfach gestaltet.

    3. Warum haben Sie sich in Spanien niedergelassen?
    Ich habe hier bereits vorher für eine spanische Bank gearbeitet und Madrid gefällt mir weiterhin sehr gut. Ich habe bereits in vielen Städten und verschiedenen Ländern gewohnt, aber Madrid möchte ich momentan (trotz Wirtschaftskrise) nicht den Rücken kehren.

    4. Was war für Sie größte Herausforderung zu Beginn?
    Die wesentliche Herausforderung für uns ist es immer noch, ohne riesiges Marketingbudget bekannt zu werden. Wir haben die besten Versandtarife des Marktes und wollen diese direkt unseren Kunden weitergeben. Wir möchten diese nicht durch enorme Marketingausgaben aufblähen und große Werbekampagnen fahren, sondern setzen auf Social Media und Mund zu Mund Werbung. Daher sind wir sehr dankbar für Weiterempfehlungen.

    5. Sprechen Sie Spanisch?
    Ich spreche fliessend spanisch, habe aber auch ca. eineinhalb Jahre in Barcelona gewohnt und verstehe katalanisch.

    6. Wo entstehen die meisten geschäftlichen Kontakte?
    Da wir ein internetbasierter Dienst sind und internet-affine Menschen ansprechen, die online und vor allem im Ausland kaufen, ist das Internet unser Marktplatz. Wir werden uns aber demnächst auch auf ein Großevent begeben, um den Offline-Bereich zu erforschen.

    7. Wie kommt Ihre Firma mit den sprachlichen Herausforderungen zurecht?
    Wir arbeiten sogar viersprachig, da unsere Mitarbeiter in den USA Englisch sprechen, meine Businesspartner (inklusive Programmierer) sind Italiener und unsere Kunden deutschsprachig (Deutsche, Österreicher, Schweizer) aber auch spanisch. Trotzdem halten wir die Webseite bisher nur auf deutsch, um einen auf deutschsprachige Kunden zugeschnittenen Service zu bieten. Weitere Portale für andere Ländern gibt es parallel bzw. sind im Aufbau.

    8. Was raten Sie jemanden, der in Spanien eine Firma gründen will?
    Es gibt eine empfehlenswerte Organisation in Spanien von erfahrenen Firmendirektoren, die sich im (Vor-)Ruhestand freiwillig engagieren, Unternehmer kostenlos beraten und betreuen und ein breites Programm an Fortbildungskursen anbieten. Die Organisation nennt sich Secot (Seniors Españoles para la Cooperación Técnica, www.secot.org)

    9. Welcher Unterschied zu Deutschland fällt Ihnen hier am meisten auf?
    Rückblickend auf meine Arbeit im Konzern ist die Zusammenarbeit unter Spaniern team-orientierter, d.h. man ist erst mit einer Aufgabe fertig, wenn das Team die Gesamtaufgabe bewältigt hat. Dies muss nicht immer ein Vorteil sein, aber die Aufgabe wird hier stärker als gemeinsame Bringschuld angesehen und nicht so individuell heruntergebrochen wie in Deutschland.

    10. Was mögen Sie besonders an den Spaniern?
    Die Kontaktfreudigkeit und Toleranz. Nicht ein einziges Mal wird man aufgrund eines Fehlers im Spanischen verspottet, sondern offen integriert.

    11. Gibt es etwas, das Sie hier stört?
    Nichts gravierendes. Außer, dass die spanischen Kommentatoren während der Formel 1, nur Alonso loben ohne jegliche Objektivität. Beim nächsten Deutschlandbesuch möchte ich darauf achten, ob das bei uns umgekehrt der Fall ist für die deutschen Fahrer.

    12. Nennen Sie uns einige deutsche Marotten, die Sie nicht ablegen können.
    Die Tugend der deutsche Pünktlichkeit und Verbindlichkeit. Einen gesetzten Termin nehme ich sehr ernst und wenn auch mit Einplanung der spanischen Toleranz sind die Spanier nicht immer gleich „committed“. Jeder, der schon länger in Spanien ist, weiss, dass „jetzt“ bei uns „ahora voy“ heissen kann: sofort, in 5 Minuten oder in einer halben Stunde.

    13. Können Sie ein Restaurant/ Bar empfehlen?
    In Madrid zu empfehlen das Restaurant Los Gallos. Mit Glück findet man auch Platz auf der netten Dachterasse. Für Tapas dagegen auch immer nett ist die Kette Lateral.

    14. Haben Sie eine Hotelempfehlung?
    In Madrid war ich noch nie in einem Hotel, in Barcelona dagegen eine tolle Aussicht bietet das Hotel am World Trade Center.

    15. Was vermissen Sie am meisten aus Ihrer Heimat?
    Ab und zu ein deutsches Gericht. Deutsche Presse kaufe ich gerne online und höre morgens deutsches Internet-Radio, insofern vermisse ich nichts – vom Wetter ganz zu schweigen.

    Das Interview wurde von Philipp Dyckerhoff durchgeführt.

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