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Barcelona für Deutsche



    SERIE: Unternehmer in Katalonien - Christian Steffen

    19.07.2012 -  

    1. Was macht ihr Unternehmen?
    Das Unternehmen heißt Maravision. Wir haben uns spezialisiert auf Facility-Management Beratung, innovative Konzepte für die Optimierung der Immobilien, Projekte zur Internationalisierung und Übersetzungen mit den Schwerpunkten Innovation und Technik.

    2. Wie entstand ihre Geschäftsidee?
    In denn 90er Jahren standen deutsche Unternehmen vor dem Problem, dass ihre Produkte und Serviceleistungen im internationalen Vergleich zu teuer waren. Wir haben innovative Konzepte in Zusammenarbeit mit den Unternehmen entwickelt, sich diesen Herausforderungen erfolgreich zu stellen. Heute steht Spanien vor einer ähnlichen Herausforderung, sich neu international auszurichten. Dabei möchten wir viele Unternehmen beratend unterstützen.

    3. Warum haben sie sich in Katalonien/Spanien niedergelassen?
    Barcelona ist eine der internationalsten Städte Europas. Sie ist eine sehr offene Stadt und man kann sich schnell integrieren.

    4. Was war ihre grösste Herausforderung zu Beginn?
    Das vorgefertigte Bild, das ich mir von Barcelona und der „Krise in Spanien“ gemacht habe, abzulegen. Die Katalanen sind sehr kreativ in der Lösung von Problemen und ihre Möglichkeiten im Rahmen des Möglichen voll auszuschöpfen, eine Qualität, die sie mit den Deutschen gemeinsam haben.

    5. Sprechen Sie Katalanisch/Spanisch?
    Wir sprechen sehr gut Spanisch, aber bisher noch kaum Katalanisch. Mittlerweile können wir aber Präsentationen und Arbeitssituationen auf Katalanisch verstehen. Wenn wir auf Spanisch Fragen stellen, erhalten wir immer Antwort auf Spanisch.

    6. Wo entstehen die meisten geschäftlichen Kontakte?
    Über Netzwerke. Wir sind Mitglieder des Business-Clubs der Camara de Comercio und über diese Plattform entstehen viele Kontakte. Kurioser Weise erhalten wir die meisten Aufträge über amerikanische Netzwerke.

    7. Wie wirkt sich die verordnete Zweisprachigkeit auf ihr Unternehmen aus?
    Wir haben ein Studienobjekt daraus gemacht:
    Auf internationaler Ebene ist diese echte Bilingualität mit vielen zwei „muttersprachlichen“ Texten etwas einmaliges. Diese dienen als Grundlage, Grundsätze für die Kontext-Übersetzung abzuleiten und zu verallgemeinern. Langfristig werden diese Erkenntnisse in das neue Multilinguale Web W3C® eingebracht. Über Hinweise zu „Best-Practise“ Anwendungen automatischer Übersetzungen würden wir uns sehr freuen.

    8. Was raten Sie jemandem, der in Katalonien eine Firma gründen will?

    Sich unbedingt bei der Camara de Comercio zu informieren, um alle Formalitäten zu erfüllen. Diese sind anders als in Deutschland und man vergisst leicht etwas. Die Generaltitat hat aber alle notwendigen Informationen sehr gut zusammengetragen und die Camara de Comercio hilft bei der Unternehmensgründung. Des weiteren rate ich, die Kontakte zu deutschen Banken nicht abreissen zu lassen.

    9. Welcher Unterschied zu Deutschland fällt Ihnen hier am meisten auf?
    Die gleichberechtigte Wahrnehmung als Geschäftspartner, sowohl zwischen „Frauen und Männern“ als auch zwischen „Ausländern“ und „Einheimischen“.
    Komplett unterschiedlich ist der Umgang mit Banken. Während man in Deutschland EINE Hausbank hat, mit der das Unternehmen wächst, ist die Bindung der spanischen Unternehmen an EINE Bank einer der Hauptgründe dafür, dass es den Unternehmen finanziell schlecht geht. Die Wege im Bankwesen funktionieren in Spanien anders.

    10. Was mögen Sie besonders an Katalonien/Spanien?
    Die offene, verbindliche Art und ihre Mentalität des „Intercambios“, d.h. einen persönlichen Partner für den gegenseitigen Austausch der Sprache und der Kultur, was viele offene Fragen zu Beginn unkonventionell klären hilft und ihr Zusammenhalt, neue Wege für die Zukunft zu erschliessen. Ein guter Treffpunkt für Intercambiopartner ist der „Stammtisch Barcelona fuer Deutsche“. Dorthin kommen viele Katalanen, die solche Partner suchen. Wir hatten Glück, gleich zu Beginn unseres Aufenthaltes in Barcelona die richtigen zu treffen.

    11. Gibt es etwas, was sie hier stört?
    Wir sind erst seit kurzem In Barcelona und befinden uns noch in der Anfangseuphorie. Ich kann nichts nennen, was mich fürchterlich ärgern würde.

    12. Nennen Sie uns einige deutsche Marotten, die sie nicht ablegen können.
    Wenn ich Termine vereinbare, erwarte ich, dass die Leute pünktlich erscheinen. Überhaupt nicht ertragen kann ich, wenn jemand nicht zu einer Verabredung erscheint ohne abgesagt zu haben und sich dann hinterher nur lapidar entschuldigt.

    13. Können sie ein Restaurant/eine Bar empfehlen?
    In Eixample gibt es viele gute Restaurants und Bars. Als Bar gefällt mir „Berlin“ in der Avenida Diagonal. Dort kommt man bei einem Glas Wein immer in Kontakt mit anderen Personen. Für Besprechungen gibt es einen Raum zum „Zurückziehen“. Dort hat man den Eindruck, dass die Geschäftsetikette aufgehoben ist. Als Restaurant kann ich „Ballmes/Rossello“ empfehlen und insbesondere die Spezialitäten, die nicht auf der Karte stehen und saisonal variieren. Sie führen zu unvergesslichen Momenten, an die man sich gerne erinnert. Z.B. Calçots essen mit Schürze und Handschuhen oder die „Espadas“.

    14. Haben Sie eine Hotelempfehlung?
    Im Mandarin Oriental kann man gepflegt einen Drink oder asiatische Spezialitäten einnehmen zu zivilisierten Preisen. Ein perfekter Service mit diskreter Aufmerksamkeit.

    15. Was ist ihr Lieblingsplatz in Barcelona?
    Mein Lieblingsplatz ist der Plaza de la Virreina in Gracia. Er ist so individuell wie es in dieser Stadt nur sein kann. Man hat den Eindruck, auf einem „Dorfplatz“ mitten in der Großstadt zu sein. Es gibt aber viele Aktionen, so dass man am Sonntag von hunderten von Swing-Tänzern überrascht werden kann. Aber wie auf einem Dorf ist jeder herzlich willkommen, mitzumachen, Gratiseinführung inklusive.

    16. Was vermissen Sie am meisten an Ihrer Heimat?
    So unwahrscheinlich es klingt, die satten Grüntöne der Pflanzen. Die Bäume scheinen in Deutschland so tief verwurzelt zu sein, dass es eine Freude ist, im Frühjahr einzig und allein dafür nach Deutschland zu fliegen.

    Das Interview wurde von Philipp Dyckerhoff/Barcelona für Deutsche durchgeführt.

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