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    TIPP: Camille Pissarro - eine grosse Ausstellung im “Caixa Forum” in Barcelona

    04.10.2013 - Meike von Lojewski / Barcelona für Deutsche 

    “Pissarro” - Ab 16. Oktober findet im “Caixa Forum” in Barcelona die wichtigste Ausstellung über den grossen Impressionisten statt, die es bisher in der Stadt gegeben hat. Das Museum präsentiert eine aussergewöhnliche Sammlung von 60 Ölbildern, die aus verschiedenen Museen und Privatsammlungen stammen und einen Überblick über das Leben con Camille Pissarro geben. Die Sammlung stellt in beeindruckender Weise seine Vision der Welt dar, in der das Leben und die Natur von dauerhafter Schönheit sein sollen.

    Camille Pissarro, der sich als einziger Künstler an allen Ausstellungen der Impressionisten im Zeitraum von 1874 bis 1886 beteiligte, soll in dieser Veranstaltung jedoch auch von einer ganz anderen Seite gezeigt werden. Seine unpathetischen Schilderungen des ländlichen Lebens, die auch Gauguin, Cézanne oder Van Gogh zur Inspiration dienten, bestärken nicht nur seinen Ruf als einen der führenden Impressionisten, sondern auch seine Vorbildfunktion für andere Pioniere der modernen Kunst.

    Der Maler wird am 10. Juli 1830 auf St. Thomas, Kleine Antillen, in Westindien geboren. Pissarros Vater war französischer Jude, der über Portugal auf die dänische Antilleninsel St. Thomas einwanderte, seine Mutter eine Kreolin. Seine künstlerische Begabung zeigte sich schon während der Schulzeit, eine Ausbildung als Maler begann er an der pariser École des Beaux-Arts, dann wechselte er zur privaten und freien Académie Suisse über. Bereits 1859 konnte Pissarro im Pariser Salon ausstellen, wo er auch Monet und Cézanne kennenlernte. Nach verschiedenen Stationen, zu denen aufgrund des deutsch-französischen Krieges auch London zählte, kehrte er 1871 nach Frankreich zurück, wo er mit seinen Freunden die künstlerische Avantgarde bildet.

    Seine künstlerischen Anfänge gestaltete Camille Pissarro in stimmungsvoller Landschaftsmalerei. Später schuf er Werke mit hoher Lichterfüllung. Mitte der 1880er Jahre wandte er sich, unter dem Einfluss von George Seurat, eine Weile dem Pointillismus zu. In seiner neoimpressionistischen Phase prägten kurze und nervöse Pinselstriche die Bilder. In seinen letzten Lebensjahren genießt der Maler hohe Anerkennung, die es ihm ermöglichen, künstlerisch sehr produktive Reisen nach Paris, London oder Rouen zu unternehmen. In Folge dieser Reisen entstehen viele Strassen- und Städtebilder, deren Stil aber eher "gemäßigt" erscheinen und die von einer optimistischen Stimmung und dem Bemühen, Bewegung und Atmosphäre sichtbar zu machen, geprägt sind.

    Pissarro stirbt am 12. November 1903 in Paris. Sein Werk umfasst mehr als 2000 Gemälde und etwa ebensoviele Zeichnungen und Druckgrafiken. Ab Mitte Oktober ist eine kleine, aber einmalige Auswahl davon im “Caixa Forum” in Barcelona zu sehen.

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