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    TIPP: Unterwegs in einem der letzten Urwälder Europas: der Nationalpark Garajonay auf La Gomera

    17.10.2014 - Abdruck in ECONOMÍA der AHK Spanien, Juliane Pfordte 

    Karg und schroff erhebt sich die spanische Insel La Gomera vor der afrikanischen Nordwestküste aus dem Atlantik. Die zweitkleinste Insel des Kanarischen Archipels bietet ein Labyrinth aus mehr als 40 Wanderwegen in 17 Schutzgebieten. Zu den größten und eindrucksvollsten gehört der Nationalpark Garajonay mit seinem einzigartigen Lorbeerwald.

    Aufsteigender Dunst und dichter Passatnebel hüllen die grünen Hügel von La Gomera in ihr typisches mysthisches Nebelkleid. Die Feuchtigkeit perlt von den bis zu zwei Meter hohen Farnen und bedeckt den Moosteppich jenes Lorbeerwaldes, der noch vor 20 Millionen Jahren den gesamten Mittelmeerraum bedeckte. Die „selva laurisilva“, wie der Feuchtwald auf Spanisch heißt, gehört zu den Besonderheiten des Garajonay-Nationalparks, dem grünen Herzen La Gomeras. Der „Parque Nacional de Garajonay“, von den Einwohnern liebevoll „Monteverde“ genannt, liegt im Zentrum der Insel und erstreckt sich auf 3.984 Hektar über das zentrale Bergland und vereinzelte Flächen im Norden über alle sechs Gemeinden hinweg. Sein Hauptbestandteil, der Lorbeerwald, ist der größte zusammenhängende, immergrüne Feuchtwald weltweit und einer der letzten Urwälder Europas – ein wahres Stück lebendige Geschichte. Ähnliche Bestände gibt es zwar auch auf Madeira, den Azoren und den anderen Kanareninseln, jedoch ist die Laurisilva im Garajonay-Park heute am besten erhalten.

    Grüne Oase vor der Küste Afrikas
    Das Wolkenmeer, das den Wald umhüllt, bringt Kühle und Feuchtigkeit, die sowohl den Park als auch die Insel vor Trockenheit schützen und selbst in den heißen Sommermonaten für angenehme Temperaturen sorgen. La Gomera ist von Teneriffa aus mit dem Flugzeug oder Schiff in weniger als einer Stunde erreichbar. Auch von Gran Canaria wird die nahezu kreisrunde Grüne Oase vor der Küste Afrikas Das Wolkenmeer, das den Wald umhüllt, bringt Kühle und Feuchtigkeit, die sowohl den Park als auch die Insel vor Trockenheit schützen und selbst in den heißen Sommermonaten für angenehme Temperaturen sorgen. La Gomera ist von Teneriffa aus mit dem Flugzeug oder Schiff in weniger als einer Stunde erreichbar. Auch von Gran Canaria wird die nahezu kreisrunde Insel angeflogen. Einen internationalen Flughafen gibt es nicht, weshalb die grüne Oase vom Massentourismus bislang verschont blieb. Der Nationalpark ist frei zugänglich und mit dem Auto oder Bus gut zu erreichen. Letzterer fährt den Park regelmäßig von der Hauptstadt San Sebastián im Süden und Vallehermoso im Norden an. Von den verschiedenen Parkplätzen entlang der Hauptverkehrsstraßen führen ausgeschilderte Wander- und Spazierwege in die Tiefen der abwechslungsreichen Wälder. In den verschiedenen Besucherzentren im Park können sich Touristen vorab über Ausflugsmöglichkeiten und kostenlose Führungen (täglich außer sonntags) informieren und sich mit Prospekten und Wanderkarten ausstatten.

    Die Wolken melken
    Während die trockene Südseite und die Höhenlagen des Parks von sonnendurchfluteten Buschwäldern aus Baumheide und Galgenbäumen geprägt sind, überwiegt auf der Nordseite der subtropische Lorbeerwald. Hier tropft es nicht vomHimmel, sondern vom meterhohen Blätterdach der Laurisilva – „weil die Bäume die Wolken melken“, wie die Einheimischen sagen. Zu verdanken ist dieses Phänomen dem aus Nordosten kommenden Passatwind „Alisio“. SeineWolkentropfen bleiben an den Blättern, im Moos und in den Baumflächen der bis zu 1.500 Meter hohen Berge hängen, werden dort und im Boden gespeichert und anschließend an die Umgebung abgegeben. Mehr als 1.000 Tierarten, darunter 153 wirbellose Kleintierarten, und schätzungsweise 450 seltene Pflanzenarten haben hier ihren Lebensraum. Um dieses einmalige Ökosystem zu schützen, wurde der Park 1981 zum Nationalpark und fünf Jahre später zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Seit 2012 ist er ausgewiesenes Biosphärenreservat.

    Märchenwald bei El Cedro
    Am Nordrand des Parks, im winzigen Weiler El Cedro, führen mehrere Wanderwege in den dschungelartigen Lorbeerwald, vorbei an rauschenden Bächen, dem höchsten Wasserfall der Insel, El Chorro, und verlassenen, stillen Bergkapellen. Von der Verbindungsstraße El Rejo (CV-14) in Richtung Hermigua ist El Cedro über eine Abzweigung, oberhalb des Mirador El Bailadero, zu erreichen. Die schmale Straße führt vorbei an dunklen Schluchten in die Tiefen der Laurisilva. Weiß-gelblich schimmernde Flechten überziehen die Felsen und Berge mit einer samtartigen Schicht und Nebelschwaden ziehen durch die Äste und durch die knorrigen Baumstämme der unzähligen, gekrümmt wachsenden Bäume, die im dichten Blätterdach das Licht suchen. Idyllisch am Berghang liegt bei El Cedro der einzige offizielle Camping-Platz, La Vista. Der Blick schweift hier in die Weiten des Hermigua-Tals, wo sich die immergrünen Wälder im tiefblauen Atlantik und dem schneebedeckten Berg Teide auf Teneriffa in der Ferne verlieren. Im nahegelegenen Berglokal können sich Wanderer außerdem mit typisch gomerischer Brunnenkressesuppe stärken. Besonders Abtenteuerlustige gelangen durch den ehemaligen Wasserstollen El Rejo zur anderen Seite des Berges (Montananeta). Auf dem 550 Meter langen Weg durch die Finsternis, bei einer Höhe von gerade einmal 1,70 Metern, sollten Taschenlampe und Gummistiefel jedoch zur Grundausstattung gehören.

    Unberührt und majestätisch:
    der Alto de Garajonay Auf 1.487 Metern erhebt sich inmitten des Parks der höchste Berg von La Gomera, der Alto de Garajonay. Verschiedene Wanderwege ermöglichen den kurzen und problemlosen Aufstieg, zum Beispiel vomParkplatz Pajarito oder El Contadero an der Hauptverbindungsstraße von San Sebastion nach Vallehermoso aus (TF-713). Wo einst die Töne der gomerischen Pfeifsprache El Silbo wie Vogelgezwitzscher durch die Täler und Schluchten hallten, genießen Besucher heute die himmlische Ruhe und einen atemberaubenden Panoramablick auf die drei umliegenden Inseln, Teneriffa im Nordosten, La Palma im Nordwesten und El Hierro im Südwesten – das Wolkenmeer zwischen den Tälern und den immergrünen Lorbeerwald stets im Blick.

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