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    Theresa von Ávila: Spanien gedenkt ihrer Heiligen

    08.02.2015 - Meike von Lojewski / Madrid für Deutsche 

    Die Heilige Theresa von Ávila: Sie ist eine der berühmtesten religiösen, historischen und literarischen Figuren der Geschichte Spaniens. Sie galt als grosse Mystikerin und wird als Kirchenlehrerin verehrt. 1614 wurde sie seliggesprochen, 1617 zur Schutzpatronin von Spanien ernannt und 1622 heiliggesprochen. Nun gedenkt Spanien dem 500sten Jahrestag ihrer Geburt.

    Doch wer genau ist die Heilige Theresa eigentlich? Sie wurde am 28. März 1515 in Ávila geboren und verbrachte ihre Kindheit in stürmischer Wildheit. Während ihre Geschwister dem von den Eltern vorgelebten Pfad der Tugend folgten, war Theresa das genaue Gegenteil: temperamentvoll und ungestüm. Fasziniert war sie von den Berichten über Christen, die ihres Glaubens wegen als Märtyrer den Tod gefunden hatten. So verschwand sie eines Tages aus dem Elternhaus, – gerade einmal sieben Jahre alt – um bei den Mauren den Martertod zu sterben. Bald schon wurde sie jedoch gefunden und zurück nach Hause gebracht.


    Mit 20 Jahren trat Theresa schließlich in das Karmelitenkloster “Zur Menschwerdung” in Ávila ein. Im Jahr darauf wurde sie ernsthaft krank und verlies dieses. Im Juli 1539 kehrte sie todkrank in ihr Kloster zurück, wo sie im August in eine dreitägige todesähnliche Starre fiel. Man hielt sie für tot, hatte ihre Augen bereits mit Wachs verschlossen und hätte sie beinahe lebendig begraben. Dies und ihre mystischen Erlebnisse und Ekstasen machten sie zu einer umstrittenen Frau und zum Mittelpunkt öffentlichen Streitens.

    In den folgenden Jahren wurde Theresas Berufung immer stärker. Eine 1560 erlebte Vision der Hölle ließ Theresa nach Vervollkommnung streben und führte, mit Billigung Papst Pius IV., zur Gründung eines Reformklosters mit sehr strengen Regeln. Dabei unterstützten sie Petrus von Alcántara und Johannes vom Kreuz, dem Erneuerer der männlichen Karmeliter. Theresa und Johannes vom Kreuz gründeten gut 30 neue Klöster, wobei sie vielfach angegriffen wurden, besonders von den Beschuhten Karmeliten. Die Trennung von Unbeschuhten und Beschuhten Karmeliten erfolgte daher 1580.

    Theresa starb 1582 während einer Visitationsreise im Karmelitinnenkloster Alba de Tormes. Man begrub sie in der bloßen Erde. Als man den Leichnam zwei Jahre später wieder ausgrub, um ihn in einem noch heute erhaltenen Sarkophag in der Klosterkirche zu bestatten, war er unversehrt.

    Die von der Heiligen Teresa aufgesuchten Städte, die an nun an ihr Werk erinnern wollen, verteilen sich über ganz Spanien.

    Es sind: Ávila, Medina del Campo, Malagón, Valladolid, Toledo, Pastrana, Salamanca, Alba de Tormes, Segovia, Beas de Segura, Sevilla, Caravaca de la Cruz, Villanueva de la Jara, Palencia, Soria, Granada und Burgos. Dort findet man viele interessante oder kuriose Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel ihr Geburtshaus in Ávila, das Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen in San José in Toledo und die Kirche und das Kloster der Verkündigung in Alba de Tormes, wo sich das Grab der Heiligen befindet.

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