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    UNI-SERIE: Studieren in Katalonien

    11.06.2008 - Julia Macher 

    Dass Katalonien bei ausländischen Studenten zu den beliebtesten Zielen gehört, ist kein Zufall: Ein gutes Dutzend Forschungseinrichtungen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich, Kontakte zu Wirtschaft und Industrie und ein reges Kulturleben machen den Bildungsstandort Katalonien attraktiv - das Mittelmeer und Barcelonas Szeneleben dürfte für viele mindestens ebenso reizvoll sein. Von den zwölf Hochschulen, die Schulabgängern zur Verfügung stehen, sind sieben in öffentlicher und vier in privater Trägerschaft. Die Universidad Oberta de Catalunya ist eine Fernuniversität.

    Wer als europäischer Ausländer nicht über das Erasmus-/Sokrates-Programm nach Spanien kommt, sondern sein gesamtes Studium oder einen Großteil hier absolvieren will, dem stehen zwei Wege offen: Er kann entweder wie die Spanier die „Prueba de Acceso a la Universidad“ (PAU) absolvieren und sich danach an der betreffenden Hochschule bewerben (die Frist läuft noch bis zum 4. Juli, mehr Info hier) oder er bewirbt sich bei der UNED um einen direkten Zugang zum spanischen Universitätssystem, was sich in den meisten Fällen empfiehlt.

    Dabei müssen eine beglaubigte Kopie und Übersetzung des Hochschulreifezeugnisses sowie Kopien Pass/Personalausweis und die Bestätigung der UNED-Online-Einschreibung eingereicht werden (mehr Info hier). Nach Überprüfung und Übersetzung der Bewerbungsunterlagen stellt die UNED den Bewerbern ein „credencial“ aus; die Kontrolle der Sprachkenntnisse obliegt den
    Universitäten.

    Zwar wird im Rahmen des Bologna-Prozesses bis 2010 in allen europäischen Universitäten ein zweigliedriges System mit einem eher berufsorientierten Bachelor- (zu vergleichen mit dem deutschen Fachhochschulabschluss) und einem eher akademischen Masterzweig eingeführt, bisher staffelt sich das Studium in Katalonien jedoch noch in drei Zyklen („ciclos“). Danach gelten dreijährige Studiengänge als „estudios de primer ciclo“ und enden mit einem Diplom bzw. dem Titel als „ingeniero/arquitecto técnico“. Wer einen vier- bis fünfjährigen Studiengang absolviert, erhält eine „licenciatura“ bzw. darf sich Architekt bzw. Ingenieur nennen und qualifiziert sich für Doktorstudiengänge.

    Die Abschlüsse des „zweiten Zyklus“ entsprechen damit den deutschen Diplom- bzw. Magistertiteln. Um zu promovieren, müssen Studierende neben der Doktorarbeit noch einen „dritten Zyklus“ durchlaufen, deren Aufbau von den einzelnen Universitäten festgelegt wird. Die gültige „Währung“ sind „credits“, wobei ein „credit“ zehn Vorlesungsstunden entspricht. In Katalonien ist das Studium wie überall in Spanien kostenpflichtig, die Gebühren an den öffentlichen Universitäten schwanken derzeit zwischen 500 und 850 Euro pro Studienjahr.

    Über die Sprachpolitik an den katalanischen Universitäten haben wir bereits berichtet (hier der Artikel). Generell gilt: An den katalanischen Universitäten wird auf Katalanisch und Spanisch unterrichtet, die jeweilige Unterrichtssprache des Kurses steht im Vorlesungsverzeichnis. Der Anteil katalanischsprachiger Kurse schwankt zwischen vierzig und sechzig Prozent. Auf Wunsch einzelner Studenten kann die Unterrichtssprache zu Beginn des Studienjahres gewechselt werden, was immer wieder für Diskussionen sorgt. Arbeiten und Prüfungen dürfen sowohl auf Spanisch wie auch auf Katalanisch, nach Absprache auch auf Englisch abgegeben werden.

    In unserer Uni-Serie werden wir in den nächsten Wochen die renommiertesten Hochschulen Kataloniens vorstellen; den Auftakt macht am kommenden Donnerstag die Universidad Pompeu Fabra.

    Mehr Info:
    Einen Überblick über das katalanische Uni-System finden Sie hier.

    Allgemeine deutsch aufbereitete Informationen zum Studium in Spanien finden Sie auf der Homepage www.studieren-in-spanien.de.

    Ausländische Studenten finden im Barcelona Centre Universitari Informationen zu Unterkunft und Sprachkursen.

    Barcelona Centre Universitari (www.bcu.cesca.es)
    C/ Torrent de l’Olla 219
    08012 Barcelona
    Tel.: 93 238 9049
    Montag bis Mittwoch: 10 bis 13.30 Uhr; 15.30 bis 18 Uhr
    Freitag: 10 bis 13 Uhr

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