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    WISSENSWERT: Am "Día de los Inocentes" sind in Spanien Vorsicht und Misstrauen angebracht

    31.12.2011 - denia-info.com 

    Dabei hat der "Tag der Unschuldigen Kinder" einen eigentlich sehr ernsten Hintergrund. In der Bibel, im Matthäusevangelium, wird berichtet, dass König Herodes von Judäa durch die drei Weisen aus dem Morgenland (die Heiligen Drei Könige) über die Geburt eines neuen "Königs der Juden" erfahren hatte. Die drei Könige, Caspar, Melchior und Balthasar waren einem Stern gefolgt, der sie nach Bethlehem führte. Herodes erschrak über diese Prophezeiung, in der er eine Gefährdung für seinen Thron sah. Deshalb gab er den Befehl, alle neu geborenen Knaben unter zwei Jahren zu töten. Joseph wurde in einem Traum bedeutet, mit dem Jesuskind und dessen Mutter Maria nach Ägypten zu fliehen. Alten Legenden nach sollen bei diesem Massaker bis zu 144.000 Kinder umgekommen sein. Allerdings gibt es bisher keinerlei wissenschaftliche Bestätigung für diese Erzählung aus der Bibel.

    Diese ermordeten Kinder werden im christlichen Umfeld als "unschuldige Kinder" bezeichnet. Bereits im frühen Christentum hatte sich das "Fest der Kinder" in ein Narrenfest verwandelt, dessen Ursprünge vermutlich aus der Tradition römischer Saturnalien, orientalischer Narrenkönige oder auch keltischer Tiervermummung stammten. Beim sechsten Konzil in Konstantinopel im siebten Jahrhundert wurde der Festtag, der nie von der Kirche verordnet worden war, verboten. In Spanien, und auch in Lateinamerika, hat sich das Brauchtum des "zum Narren halten" jedoch bis heute bewahrt. Schließlich bedeutet die Vokabel "inocente" im spanischen Sprachgebrauch nicht nur "unschuldig", sondern auch "naiv" oder "einfältig".

    Seien Sie also am 28. Dezember in Spanien auf der Hut. Weder Zeitungsberichten, noch Rundfunk- oder Fernsehnachrichten sollten Sie trauen, es könnte sich an diesem Tag ohne weiteres um eine "Ente" handeln. Selbst wenn man Ihnen leckere Süßigkeiten anbietet, probieren Sie lieber erst vorsichtig. Es könnte passieren, dass sie in etwas "Grauenvolles" beißen! Stellen Sie sich vor, das Ganze geht immerhin soweit, dass die Spanische Verfassung, die am 27. Dezember 1978 von König Juan Carlos ratifiziert wurde, nicht am 28. Dezember, sondern erst einen Tag später, am 29. Dezember 1978 in Kraft trat.

    Übrigens, jedwelche Streiche dürfen an diesem Tag niemand verübelt werden. So will es das Brauchtum.

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