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    WISSENSWERT: Die Zahnmaus aus der Keksschachtel: Ratoncito Pérez

    14.07.2014 - Meike von Lojewski / Madrid u Barcelona für Deutsche 

    “Der König Buby I. legt seinen Zahn wie gewöhnlich unter sein Kopfkissen und wartete ungeduldig auf die Zahnmaus. Er war bereits eingeschlafen, als ihn eine zarte Berührung weckte.”

    So beschreibt der Jesuitenpater Luis Coloma das Zusammentreffen zwischen dem kleinen König und der Zahnmaus “Ratoncito Pérez”. Aber... Von welchem Märchen ist hier die Rede? Es gibt kaum jemanden in Spanien, der nicht die Legende um “Ratoncito Pérez” kennt und schon einmal seinen verlorenen Zahn unter das Kopfkissen gelegt hat in der Hoffnung, dass dieser - wie die deutsche Zahnfee - dort am nächsten Morgen ein kleines Geschenk hinterlassen hat. Die meisten allerdings wissen nicht, woher die Geschichte des kleinen Nagers ihren Ursprung hat. Sie stammt aus der Feder von Luis Coloma, der zudem auch “Pequeñeces” oder “Jeromín” geschrieben hat. Gegen 1894 wurde er vom königlichen Hof gebeten, ein Märchen zu schreiben, als dem damals achtjährigen Alfonso XIII., von seiner Mutter María Cristina zärtlich Buby genannt, ein Zahn ausfiel. Also dachte sich Coloma die gutmütige Figur “Ratoncito Pérez” aus, die den kleinen König zuerst auf die Missstände der Armen aufmerksam macht, bevor sie ihm des Nachts einen Orden vom Goldenen Vlies über das Bett hängt.

    Die Maus lebte damals mit seiner Familie in einer grossen Keksschachtel im Lagerhaus der berühmten Konditorei “Prast” in der Calle del Arenal Nummer 8 mitten im Herzen Madrids und keine hundert Meter vom Königspalast entfernt. “Ratoncito Pérez” büchste zahlreiche Mal von zu Hause aus und gelangte durch die Kanalisation in die Zimmer von Alfonso XIII. und anderen Kindern. Dabei erlebte er verschiedene Abenteuer und war stets auf der Hut vor Katzen, die ihm immer auf der Lauer lagen.

    Viele, viele Jahre später wurde der beliebten Maus ein Denkmal gesetzt, die schon vielen Kindern so viel Freude bereitet hat. Die Stadt von Madrid huldigte ihn mit einem Museum in eben dieser Calle del Arenal Nummer 8, dort wo Coloma ihm seine Heimat gegeben hatte. Dort hängt ein Schild mit folgender Aufschrift: “Hier lebte laut einer Geschichte des Paters Coloma, die er für den kleinen König Alfonso XIII. geschrieben hat, “Ratoncito Pérez” in einer Keksschachtel.” Somit ist “Ratoncito Pérez” die erste fiktivie Figur, die anerkanntermassen ein echtes Zuhause hat. Und dorthin schicken die Kinder bis heute ihre Briefe und auch ihre Zähne an den kleinen Helden mit dem Strohhut, der goldenen Brille, Leinenschuhen und der roten Brieftasche.

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