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Barcelona für Deutsche



    WISSENSWERT: Sant Jordi: Schutzpatron der Katalanen

    23.04.2015 - Meike von Lojewski / Barcelona für Deutsche 

    Der 23. April ist der Georgstag, der zu Ehren des Heiligen Georgs gefeiert wird. Es ranken sich verschiedene Mythen um sein Leben, einige berichten von einem edlen Ritter und Drachentöter. An diesem Tag werden in Deutschland alte Traditionen wiederbelebt, wie beispielsweise der Georgiritt. Dabei handelt es sich um eine Pferdewallfahrt, die vor allem im Süden Deutschlands stattfindet. Ausserdem werden an den Tagen um den Georgstag jene Kirche umritten, die dem Heiligen Georg geweiht sind. Anschließend findet ein Gottesdienst und die Segnung der Pferde statt. Auch wird an diesem Tag die Freinacht begangen, die von Jugendlichen gern dazu genutzt wird, kleine Streiche zu spielen.

    Aber auch in Spanien wird der Georgstag als “Día de San Jorge” vielerorts feierlich begangen. Vor allem in Katalonien wird “Sant Jordi” als Schutzpatron der Region und auch der Hauptstadt Barcelona verehrt. Der Legende nach lebte in der spanischen Region einst ein böser Drache, der die Atemluft eines Dorfes vergiftete. Um ihn zu besänftigen, opferte man ihm immer ein Lamm und eine Jungfrau, die ausgelost wurde. Eines Tages traf das Los die Prinzessin des Landes. Sant Jordi kämpft lange erbittert gegen den Drachen, gewann den Kampf und tötete ihn. Sein Blut ist eine Rose geworden. Die Prinzessin und die gesamte Bevölkerung traten zum Christentum über. Seit dem 13. Jahrhundert ist die Szene, auf der er auf einem Schimmel reitend mit einer Lanze den Drachen tötete, die am weitesten verbreitete Abbildung von Sant Jordi.

    Seit dem 8. Jahrhundert wird Sant Jordi in Katalonien verehrt. Viele Kapellen und Kirchen wurden ihm zu Ehren geweiht, unter seinem Schutz wurde ein Ritterorden gegründet. 1456 verabschiedete das katalanische Parlament in der Kathedrale von Barcelona eine Verfassung, in der Sant Jordi als Festtag deklariert wird.

    Am 23. April wird mit Sant Jordi auch das Jubiläum vom Tod von Miguel de Cervantes gefeiert, der am 22. April 1616 starb. Dieser spanische Dichter und Schriftsteller ist bis heute weltweit berühmt. Aus der Legende und Cervantes Todestag entwickelte sich die Tradition, in Katalonien am 23. April Bücher und Rosen an den Partner oder Partnerin zu schenken. Üblicherweise bekommen die Frauen an Sant Jordi eine rote Rose und die Männer ein Buch. Daher findet man in vielen Orten Stände mit Büchern und Rosen auf offener Strasse. 1995 hat die Unesco entschieden, den Georgstag zum Welttag des Buches und des Urheberrechts auszurufen.

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