Barcelona
Please wait for while...
Barcelona

Barcelona für Deutsche



    Warten auf “El Gordo” - Bis zur Weihnachtslotterie sind es nur noch wenige Tage!

    22.12.2012 - Meike von Lojewski / Barcelona für Deutsche 

    Nur noch wenige Tage und das Warten hat ein Ende: Die Weihnachtslotterie in Spanien ist die einzigartige, die außerordentliche, die besondere, die alljährliche und die international beachtete Sonderauslosung der spanischen „Lotería Nacional“. Jedes Jahr am 22. Dezember ist es so weit – und zwar bereits seit 1812. Sie hat also eine lange Tradition und ist dementsprechend beliebt. Die Auslosung, die bis zu 3,5 Stunden dauert und im spanischen Fernsehen live ausgestrahlt wird, ist bei den Spaniern so etwas wie das TV-Highlight des Jahres.

    Kein Wunder, denn bei dem “Sorteo de Navidad” geht es oft um über 2,5 Milliarden Euro! Daher ist die spanische Weihnachtslotterie, gemessen an der ausgespielten Gesamtsumme, die grösste der Welt. Dabei gewinnt bereits jedes sechste Los, wobei der Preis für ein ganzes Los 235 Euro beträgt. Für einen von zehn Anteilen eines ganzen Loses bezahlt man 23,50 Euro. Noch beträchtlicher als die Ausschüttung sind die Einnahmen, die mit dieser Weihnachtslotterie erwirtschaftet werden. Insgesamt beläuft sich die Summe meist auf über 3.500.000.000 Euro! Als Gewinn werden etwa 70 Prozent der Einnahmen aus dem Losverkauft wieder ausgespielt.

    Die Ziehung der Glückszahlen erfolgt jedes Jahr nach dem gleichen Ritual: Als erstes wird aus einer goldenen Trommel eine kleine Holzkugel gezogen und dann aus der nächsten Trommel eine weitere Kugel. Die eine enthält die fünfstellige Glückszahl, die andere die Höhe der Gewinnsumme. Die gezogenen Nummern werden von Kindern aus der Madrider Schule “San Ildefonso”, einem ehemaligen Waisenhaus für Jungen, singend vorgetragen. Inzwischen sind bei den Weihnachtsziehungen 36 Kinder - unter ihnen mittlerweile auch Mädchen - beteiligt, die wegen des Klanges ihrer Stimme und ihrer Aussprache ausgewählt werden. Vor der Währungsumstellung auf Euro betrug der Gewinn je Los in der untersten Gewinnklasse 150.000 Peseten. Da dieser Gewinn insgesamt 1.774mal gezogen wird, mussten die Kinder des Colegio “San Ildefonso” genauso oft "ciento cincuenta mil pesetas" singen, ab 2002 jedoch nur noch "mil euros" (1.000 Euro). Hierdurch verkürzte sich die Ziehungsprozedur im Vergleich zu der letzten Peseta-Ziehung im Jahr 2001 um neun Minuten.

    Der Höhepunkt des Tages ist die Ziehung des „Gordo“. Da die Verkaufsstellen meist sehr viele Zehntellose derselben Nummer verkaufen, verbuchen häufig ganze Dörfer oder Firmenbelegschaften pro Kopf einen sechsstelligen Gewinn. Fernsehberichten zufolge führt dies bisweilen zu einem drastischen Anstieg der lokalen Immobilienpreise.
    In nichtspanischsprachigen Ländern wird bisweilen der Begriff “El Gordo” spezifisch für die Weihnachtslotterie gehalten; teilweise wird sogar angenommen, “El Gordo” sei der Name der Weihnachtslotterie insgesamt. In Wirklichkeit bedeutet “El Gordo” jedoch auch ganz allgemein „Der Hauptpreis“. Auch andere Lotterien haben also ihren “Gordo”. Außerdem findet in Spanien seit einiger Zeit ein wöchentliches Lottospiel mit dem Namen “El Gordo de la Primitiva” statt. Dieses ist nicht zu verwechseln mit der Weihnachtslotterie.

    Kommentare (0) :

    Artikel kommentieren
    Artikel-Archiv
    • 15.01.2018 [Kommentare: 0]

      Ummeldung eines Autos „zwischen“ Deutschland und Spanien

      Laut Zahlen von 2012 lassen jedes Jahr Bürger und Unternehmen in der EU etwa 3,5 Millionen Fahrzeuge in einem anderen Mitgliedstaat zu. Im Jahr 2012 begann ein Projekt, mit dem die EU-Kommission die Regeln zur Kfz-Zulassung in allen EU-Mitgliedsstaaten vereinheitlichen und vereinfachen wollte. Die EU-Kommission bezifferte das.. Artikel weiterlesen

    • 28.12.2017 [Kommentare: 0]

      Eine Ausstellung gegen das Vergessen – Das Hipercor-Attentat von 1987

      Seit dem 15. Dezember 2017 ist im „Espacio Zero“ in Barcelona eine Ausstellung zur Erinnerung an das Attentat in einem Hipercor-Markt zu sehen. Am 19. Juni 1987 explodierte um 16:08 Uhr eine Autobombe in der ersten Etage des Parkhauses des Einkaufszentrums Hipercor San Andreu. Dabei starben insgesamt 21 Personen und 46 weitere wurden.. Artikel weiterlesen

    • 11.12.2017 [Kommentare: 0]

      Madrid und Barcelona verhandeln mit „Uber“ und „Cabify“ über eine neue Lizenz

      Madrid und Barcelona planen eine spezielle, zweite Lizenz für Mietwagen mit Fahrer, wie der Service von „Uber“ und „Cabify“ häufig offiziell genannt wird. Auf diese Weise hoffen die Städte eine der wichtigsten Forderungen der regulären Taxifahrer zu erfüllen, denn diese hatten Ende November für 24 Stunden gestreikt, und in diesem.. Artikel weiterlesen

    • 29.11.2017 [Kommentare: 0]

      Maßnahmen gegen die Gewalt an Frauen

      Allein in Barcelona sind seit November 2016 drei Frauen und ein Baby ermordet worden, ein weiteres ungeborenes Baby wurde durch einen Mordversuch nur vier Monate alt. Sie alle wurden Opfer häuslicher Gewalt.31 Prozent der Frauen, die in Barcelona leben, haben im Laufe ihres Lebens schon einmal schwere häusliche Gewalt erlebt. Die.. Artikel weiterlesen

    • 20.11.2017 [Kommentare: 0]

      Fast 40 Prozent der Spanier werden im Jahr 2050 älter als 65 Jahre sein

      In weniger als dreißig Jahren werden fast vierzig Prozent der Bevölkerung in Spanien, Japan, Korea, Griechenland und Portugal über 65 Jahre alt sein. Für das Jahr 2050 wird sogar erwartet, dass die Anzahl der 80-jährigen Personen in Spanien noch einmal um das Doppelte steigen wird. In Italien, Deutschland und Portugal wird von den.. Artikel weiterlesen

    • 20.10.2017 [Kommentare: 0]

      Friedhöfe in Barcelona: ein düsterer Zauber

      Die Friedhöfe von Barcelona strahlen ihren ganz eigenen Charme aus und sind weit mehr als gruselig: Neben der Kunst, die sich in Form von Statuen und Monumenten auf den Friedhöfen befindet, sind mittlerweile auch die Friedhöfe selbst zu Teilen von Literatur und Film geworden. Die berühmtesten der neun Friedhöfe sind der Cementerio.. Artikel weiterlesen

    • 16.10.2017 [Kommentare: 0]

      Wohin mit alten Möbeln und Sperrgut?

      Was passiert mit alten Möbeln, die sich nicht mehr verkaufen oder verschenken lassen? Auch in Barcelona gibt es verschiedene Möglichkeiten, alte Möbel und Sperrmüll ordnungsgemäß zu entsorgen: Um die korrekte Entsorgung zu erleichtern, gibt es für jede Straße in Barcelona einen eigenen Tag zur kostenlosen Abholung von alten Möbeln... Artikel weiterlesen

    • 25.09.2017 [Kommentare: 0]

      Schafe und Ziegen unterstützen spanische Feuerwehr

      Immer wieder sorgen Waldbrände auf der iberischen Halbinsel und insbesondere in Spanien für gewaltige Schäden. Um den verheerenden Feuern vorzubeugen, wurde in Katalonien nun ein neues Pilotprogramm gestartet: Dabei kommen Schafe und Ziegen als Feuerwehrleute zum Einsatz. Fressen gegen Flammen. Der Job der Paarhufer: Sie müssen tun, was.. Artikel weiterlesen

    • 13.09.2017 [Kommentare: 0]

      Neuerungen bei Nachnamen in Spanien

      Dass die Spanier zwei Nachnamen haben, ist weithin bekannt: Dadurch gibt es zwar unendlich viele Kombinationen, doch einige wenige Namen, die dominieren. Ein neues Gesetz, das die spanische Regierung diesen Sommer erlassen hat, soll nun für mehr Abwechslung in der Namenslandschaft sorgen. Systemänderung: Nachname der Mutter gleichrangig.. Artikel weiterlesen

    • 03.08.2017 [Kommentare: 0]

      Wo die Vitamine wachsen: Gewächshäuser bei Almería

      Egal ob in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder in Spanien: Wer in der Obst- und Gemüseabteilung auf das Etikett sieht, stellt fest, dass dort meist Spanien als Herkunftsland angegeben wird. Kein Wunder, denn ein Drittel des in der EU produzierten Obsts stammt aus Spanien, das mit 942 000 Hektar Agrarfläche der größte Obstanbauer in.. Artikel weiterlesen