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Barcelona für Deutsche



    Weihnachten steht vor der Tür. Besser, Sie machen nicht auf!

    15.12.2014 - Rafa Heberling 

    Gedanken zum Jahresende im Vergleich Spanien – Deutschland (mit Schwerpunkt Köln-Barcelona)

     

    Irgendwie spricht dieses Zitat von Dieter Nuhr mir aus der Seele. Seit der Kindheit hat Weihnachten für mich ein wenig den Charme verloren. Jahr für Jahr die gleiche "Idylle": volle Straßen, endlose Staus, die Innenstädte zum Bersten voll, dicht an dicht drängen die Massen durch die Fußgängerzonen, nicht zuletzt auch deshalb, weil zu den konsumsüchtigen Käufern die vielen Tabak-süchtigen Raucher (zum Teil in Dreier-Reihen) vor den Kölner Geschäften im Weg stehen.
    Unter dem Dom der erste von unzähligen Weihnachtsmärkten der Kölner Innenstadt. Volle Stände, davor volle Besucher: abgefüllt mit Glühwein der Marke "Chateau Migräne". Und dazu dauerdudelt die Musik "...süßer die Kassen nie klingen..." . Pardon: das heißt ja Glocken.

     

    Der Dezember scheint auch der letzte Monat vor dem Weltuntergang zu sein: alle Büros wollen noch vor dem Antritt des Winterurlaubs die Januar-Planung unter Dach und Fach gebracht haben. Jahresabschlüsse, Rückblick und dann der Stress mit den vielen Weihnachtsfeiern. Irgendeine davon muss man absagen, weil alle sich auf das selbe Datum kaprizieren. Ähnlich wie in den Geschäften, in denen gekauft wird, als gäbe es nach dem 24. Dezember nichts mehr. Und die vielen Verabredungen zum Glühwein, bei denen man sich die vom Kalender verordneten Gefühlsduselei schön trinken soll. Gesäumt von aggressiven Power-Sammlern, die für irgendwelche misshandelten Tiere mit scheppernden Büchsen Geld fordern und allem Anschein nach mehr Beachtung bekommen zu scheinen als die Kriegsflüchtlinge, denen man – wie kürzlich in Vorra (Franken) –  die Flüchtlingsunterkünfte anzündet, damit es nicht zu kalt wird im sonst idyllischen Dorf.

     

    Dagegen ist es in Barcelona eher "gemütlich". Auch hier gibt es einen Weihnachtsmarkt, über den sich die Menschenmassen schieben. Aber im Vergleich zu Köln doch eher "übersichtlich". Der Mercat de Sta Lucia (vor der Kathedrale) bietet allerlei Weihnachtsbaumschmuck, darunter die berüchtigten "Caganers", die irgendwie auf Weihnachten "drießen", wie der Kölner so sagen würde. (Wussten Sie, dass es auch das "Kölner Hänneschen" als Caganer gibt?)Ähnlich sieht es rund um die Sagrada Familia aus und in dem ein oder anderen Viertel. Angenehm auch, dass die Fressbuden fehlen und alles einen Gang unaufdringlicher ist als bei uns in Deutschland.


    Die Straßen schmücken sich gekonnt modern mit der stromsparenden LED Beleuchtung. Wer die deutsche Kälte zu sehr vermisst, kann auf der Plaça Catalunya Schlittschuhlaufen. In dem Zelt mit der Eislaufbahn finden auch immer wieder beachtenswerte Eislauf-Darbietungen von internationalen Profis statt.

     

    Weihnachten scheint in Barcelona irgendwie stressfreier abzulaufen als in Köln. Die Fußgängerzonen sind so belebt wie immer. Business s usual. Das liegt vielleicht daran, dass es die Geschenke für gewöhnlich erst am Dreikönigstag im Januar gibt.

     

    Das Weihnachtsfest wird eher familiär gefeiert und die Jugend geht überwiegend in die Discos oder ihre anderen üblichen Treffpunkte. Man kann Salsa oder Tango tanzen gehen, zu Electro, Funk und House abhängen.

     

    Nach Weihnachten wird es allerdings ein wenig zu ruhig für mich. Wer Sylvester romantisch mit seiner (-/nem) Liebsten im Arm das Feuerwerk betrachten möchte, belebte Straßen und fröhliche Menschen sucht, wird eher enttäuscht.


    Sylvester feiert man hier auch familiär wie bei uns den ersten Weihnachtstag etwa. Man geht in Restaurants zu einem meist überteuerten Menü und isst brav um Mitternacht mit jedem der zwölf Glockenschläge eine Weintraube für die Fruchtbarkeit der Familie... die Gefahr den Sprung ins Neue Jahr zu verschlafen ist recht groß. –  Gut: die Getränke sind besser als am Glühweinstand (obwohl es ja auch guten Glühwein gibt).


    Auch in den üblich verdächtigen Discos von Luz de Gas, Duvet, Razzmatazz, Apollo Shoko, Opium oder Pacha gibt es die zwölf Trauben und Party. Am Strand vor dem Casino  hat man wenigstens eine idyllische Aussicht auf Strand und Meer. Aber nichts im Vergleich zu den spektakulären Straßenfesten am Brandenburger Tor oder auf den Kölner Brücken. Bei der ZDF Sylvester Gala am Brandenburger Tor werden über eine Million Gäste erwartet. Open Air Musik und spektakuläres Feuerwerk.

     

    Wer ähnliches in Barcelona sucht, sollte vielleicht einfach zum Johannistag im Sommer wiederkommen. Da ist dann in Deutschland nix los, aber in Barcelona "boxt der Papst im Kettenhemd". Am Jahresende ist es dagegen umgekehrt. Da ist Deutschland deutlich kurzweiliger.

     

    Wer dennoch in Barcelona die Jahreswende verbringen muss, der sollte rechtzeitig reservieren. Die wenigen Restaurants und Tanz-Tempel sind sehr schnell ausgebucht.

     

    Infos über die Aktivitäten zu Sylvester und Weihnachten findet man im Netz z.B. über:


    http://www.guiadelocio.es/barcelona/
    http://www.timeout.es/barcelona/es
    http://www.butxaca.com

     

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