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    HINTERGRUND: Integrative Medizin

    12.11.2013 - Dr. med. Stefan Dehmelt 

    Nach neueren Studien nutzen mehr als 70 Prozent der deutschen Bevölkerung naturheilkundliche und komplementärmedizinische Therapieverfahren. In Europas sind es in Anlehnung an Ergebnisse der Berliner Charité mehr als 150 Millionen Patienten, die Methoden der integrierten Medizin bevorzugen.

    Was bedeutet integrative Medizin?

    Die integrative Medizin verbindet die kompetente Schulmedizin mit einer ganzheitlichen Behandlung und findet ihren Einsatz in der Prevention und in der Therapie vieler verschiedener Krankheiten. Ziel ist, neben einer akuten Behandlung, dauerhaft die Selbstheilungskräfte zu stärken und vorzubeugen.

    Auf der Basis des Verständnisses von Körper-Seele-Geist als Einheit wird von den Ärzten diagnostisch und therapeutisch versucht, z.Bsp. Methoden der Homöopathie, Psychosomatik, der orthomolekularen Medizin, der Kneipp-Medizin und der anthroposophischen Medizin mit dem Wissen aus dem universitären Studium und der Ausbildung zum Facharzt zu verbinden.

    So ist die Homöopathie weitgehend eine spirituelle Medizin, sie tendiert zur Romantik, zur Genesung der Welt. Es werden in der Homöopathie fast alle Naturstoffe eingesetzt, Mineralien, Pflanzen und Tiere sowie die Wirkung von Licht und Gasen. Die Eigenschaften von Wasser fungieren als wichtigstes Medium im Prozess der Herstellung eines Heilmittels, als Dilution oder Globuli (Kügelchen). Zum therapeutischen Einsatz werden diese Stoffe mitunter millionenfach verdünnt, so dass, entsprechend dem zu behandelnden Krankheitsbild, die geistigen Eigenschaften mehr und die messbare Ursprungssubstanz immer weniger oder nicht mehr nachweisbar ist.
    Die Homöopathie sucht nach dem Ähnlichen, idealerweise dem Gleichen oder Ausgleichenden, dem "Similibus", in seiner Polarität Körper-Geist.

    Der Arzt und Analytiker C.G.Jung suchte diese Urform in der Persönlichkeit, der individuellen Ausprägung, in seiner Relation Körper - Seele. Die Psychosomatik betrachtet die seelischen Ursachen einer Erkrankung. Der Körper zeigt Veränderungen, die auf psychische Konflikte zurückzuführen sind, welche jedoch unterdrückt werden und sich so in somatischen Symptomen äußern. Wie aus dem Studium des Neurologen und Begründers der Psychoanalyse Sigmund Freud hervorgeht, fokussiert eine entsprechende Behandlung auf die aus dem Unbewussten hervorgerufenen Gefühle. Diese sollen in den Konsultationen bewusst gemacht, wieder erlebt werden. Ziel ist die Achtsamkeit seiner selbst und zu lernen, das "innere Kind" mit seinem Wunsch nach Geborgenheit, seinen Nöten, Freuden intensiver wahr zu nehmen und fürsorgend für sich zu handeln.

    Die orthomolekulare Medizin beschäftigt sich zum Verständnis der jeweiligen Beschwerden des Patienten insbesondere mit der Physiologie und der Pathophysiologie, der Toxikologie und der Ernährung. Die biochemische Ursache von Störungen im Körper, und nachfolgend die Wiederherstellung eines Äquilibriums der Substanzen, Körper - Körper, ist das Hauptinteresse.
    Jeder Mensch hat spezielle individuelle Nahrungsbedürfnisse, auch biochemische Identität genannt. So führt ein hoher Kosum von Salz bei manchen Menschen zu erhöhtem Blutdruck und die Einnahme von vermehrtem Zucker und Fett zu Diabetes mellitus. Manche Menschen jedoch können essen, was sie wollen, sind dabei schlank, sehen gut aus und wirken gesund.
    Vor Beginn einer Therapie wird die Zusammensetzung der Vitamine, Aminosäuren, Fettsäuren, Mineralien und von Spurenelementen bestimmt. Flüssigkeiten des Körpers, wie Blut, Urin, Stuhl, Speichel und Haarproben geben häufig hilfreiche Informationen über deren Vorkommen in ihrem Körper. Auch toxische Substanzen können in dieser Form bestimmt werden. In Anlehnung an die Laborergebnisse wird dann mit relevanten Substanzen ergänzt. Das Ziel ist, wie der Dirigent eines Orchesters, die verschiedenen Instrumente miteinander zu harmonisieren.

    Die Kneipp Medizin ist insbesondere im deutschsprachigen Raum bekannt. Das Wirkprinzip beruht auf einer „Reizreaktion“ von außen, Körper - Körper, Körper - Psyche. So findet man in vielen Badeorten entsprechende Anlagen zur Hydrotherapie in Form von Aufgüssen und Wassertreten. Auch Inhalationen, z..B. das Grenadierhaus in Bad Reichenhall, eine spezielle Ernährung und die Ordnungstherapie bilden die Basis der Therapieverfahren des Pfarrers und Naturforschers Sebastian Kneipp aus Bayern.

    Die Anthroposophische Medizin basiert auf den Arbeiten des Philosophen, Pädagogen und Naturgelehrten Dr. Rudolf Steiner aus Österreich und der ursprünglich holländischen Ärztin Ita Wegman. Diese haben bereits vor ca. 100 Jahren auf die Bedeutung einer Integration und Erweiterung der Hochschulmedizin durch die Homöopathie und Naturheilkunde hingewiesen. International bekannt ist die anthroposophische Medizin insbesondere durch die Behandlung von Patienten mit Krebs durch die Mistel (Viscum species), des Weiteren durch den Einsatz von Wickeln, Auflagen, Einreibungen sowie durch die Heileurythmie als Kunst und Therapie.

    Integrative Medizin fokusiert auf die Einheit Körper-Seele-Geist. Der Mensch in seiner individuellen Gestaltung hat Priorität, als Patient oder als nach Verbesserung seiner Gesundheit Suchender. Jeder ist ein Einzelfall, und ebenso seine Behandlung, unter Berücksichtigung von profundiertem ärztlichen Wissen und der Integration bedeutungsvoller Forschungen.

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