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    PIAAC: Erstaunliche Ergebnisse beim Bildungssstand Erwachsener in Deutschland und Spanien

    29.10.2013 - Meike von Lojewski / Barcelona für Deutsche 

    Wie gut können Erwachsene weltweit lesen, rechnen oder Probleme lösen? Erstmals hat die OECD die Lese-, Rechen- und Problemlösekompetenzen von 16- bis 65-jährigen Jugendlichen und Erwachsenen in 24 Industrieländern überprüft und die Ergebnisse Mitte Oktober vorgestellt. Ziel dieses Programms, das PIAAC (Programme for the International Assessment of Adult Competencies) genannt wird, ist es, Kompetenzen von Erwachsenen international zu vergleichen. Hierfür wurden in Deutschland rund 5.000 Personen repräsentativ ausgewählt und ihre Kenntnisse in Form einer Haushaltsbefragung von Herbst 2011 bis Frühjahr 2012 erfasst. Im Fokus standen dabei die oben genannten Schlüsselkompetenzen. Es handelt sich also um eine Art PISA-Studie für Erwachsene.

    Das Ergebnis deutet darauf hin, dass in Deutschland durchaus an der Erwachsenenbildung gearbeitet werden muss. Dringenderer Handlungsbedarf besteht allerdings bei den Spaniern, wie folgende Zahlen belegen: Bei der Lesekompetenz beispielsweise liegen Erwachsene hier zu Lande mit durchschnittlich 270 Punkten unter dem OECD-Mittel von 273 Punkten und damit weit hinter den Spitzenreitern aus Japan (296 Punkte) und Finnland (288 Punkte); am anderen Ende der Skala rangieren Italien (250 Punkte) und Spanien (252 Punkte). Dies liegt vor allem daran, dass die Südländer grössere Schwierigkeiten haben, den Kern des Gelesenen zu erfassen und leicht den Faden verlieren, wenn es sich um tiefgründigere Lektüre handelt.

    Etwas besser schneidet die Bundesrepublik bei den alltagsmathematischen Kompetenzen ab, wo sich der Mittelwert der Befragten leicht oberhalb des OECD-weiten Schnitts eingependelt hat (272 verglichen mit 269 Punkten). Auch hier schneiden Japan und Finnland wieder am besten, Spanien (246 Punkte) hingegen am schlechtesten ab. Wie unter http://www.mecd.gob.es/prensa-mecd/actualidad/2013/10/20131008-piaac.html zu lesen ist, hatten die getesteten Spanier Schwierigkeiten dabei, die Grafiken von Stromrechnungen zu verstehen oder verschiedene Kopfrechenaufgaben zu lösen, was das schlechte Ergebnis in diesem Bereich erklärt.

    Für den Bereich technologiebasiertes Problemlösen wurden aus methodischen Gründen keine Mittelwerte ermittelt. Er stellte eine internationale Option dar. Wer also nicht mitmachen wollte oder keine Computerkenntnisse besaß, wurde nicht bewertet. Für den internationalen Vergleich eignete sich vor diesem Hintergrund der Anteil der Personen an der Bevölkerung, die die beiden oberen Kompetenzstufen (2 und 3) erreichten. Hier zeigt sich, dass Deutschland mit 36 Prozent über dem OECD-Durchschnitt von 34 Prozent liegt. Im internationalem Vergleich führen die nordischen Staaten und die Niederlande (Schweden 44 Prozent, Finnland 41 Prozent). Frankreich, Italien, Zypern und Spanien fragten diesen Bereich nicht ab.

    Auch wenn Deutschland insgesamt deutlich vor Spanien liegt, kann man auch hier nicht mit dem Ergebnis zufrieden sein. Deutschland muss schnell die Konsequenzen ziehen. "Ein Abschneiden im Mittelfeld reicht nicht. Wir müssen dringend in eine bessere Schul- und auch Weiterbildung investieren, wenn wir als Wirtschaftsstandort unsere Spitzenposition halten wollen", so der Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjuroren Deutschland Sándor Mohácsi. Gerade angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftebedarfs müsse Bildung oberste Priorität haben.

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