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Barcelona für Deutsche



    Zwei neue kulinarische Kleinode in Barcelona

    07.06.2016 - Rafa Heberling 

    El Bobo Pulpín und das Lascar 74

     

    Die Ferienzeit in Deutschland naht und der Familien- und Freundeskreis erinnert sich an den oder diejenige, die ja jetzt im schönen Barcelona wohnen.

     

    Besonders wo im Augenblick das langanhaltende Regenwetter in Deutschland für nasse Füsse sorgt, steigen die Reisebuchungen. Da sind sie nun auf der Schwelle, die lieben Freunde - und jetzt?

     

    Zum Glück ist Barcelona eine dynamische Stadt mit der Tendenz sich ständig zu erneuern. So wird es nicht langweilig, weil man immer wieder - zum Beispiel - neue, leckere Restaurants findet.

     

    El Bobo Pulpín - wörtlich übersetzt „der stohdumme kleine Krake“, hat im frisch kernsanierten Altbau direkt hinter der Kathedrale seit knapp 4 Wochen eröffnet. In dieser touristisch belasteten Zone und der Innenarchitektur eines Kinderladens denkt man nicht, wie überraschend lecker es hier ist. Die Preise sind moderat, die Ware allerdings ausgezeichnet.

     

    Kein Wunder: dahinter stecken die Gebrüder Iglesias, deren für Seafood weltbekanntes Rias de Galicia schon Schlagzeilen in der Gourmetwelt machten, weil sie nicht nur exzellente Meeresfrüchte anbieten, sondern darüber hinaus auch einen wirklich sehenswerten Weinkeller betreiben.

     

    Noch mehr Schlagzeilen machten sie allerdings durch die Zusammenarbeit mit den Gebrüdern Adriá, den Erfindern der Molekularküche. Mit ihnen betreiben sie mehrere Restaurants in Barcelona: unter anderem das Tickets, das Erbe des legendären „El Bulli“ an der Cala Montjoi, das 2012 als Restaurant aufhörte.

     

    Das „Bobo Pulpín“ hat sich auf Pulpo (Krake) spezialisiert, was in Spanien nicht weiter wundert. Aber weit über die typischen Paprika bestreuten Krakenstückchen auf einer Kartoffelscheibe, wie man sie in Galizien zubereitet und schon zigfach in Barcelona essen kann, bietet man Pulpo nach Zubereitungsarten rund um die Welt an. Die japanische Art, die koreanische, chilenische... überall wo der arme Kopfüssler blöd genug war, dem Fischer ins Netz zu gehen, wird er unterschiedlich zubereitet. Und alle diese Rezepte findet man hier hinter der Kathedrale Barcelonas.

     

    Für alle, die vielleicht diese Köstlichkeit verschmähen (es soll ja Menschen geben, die keine Meeresfrüchte essen) ist aber genauso gesorgt: es gibt ein reichhaltiges Tapas-Angebot und dazu gute Weine und Sekt (Cava), wie man es von den Brüdern Iglesias erwarten kann. Dabei bleiben die Preise mit der Kirche im Dorf (der Kalauer sei bei dieser Geschäftslage erlaubt!) Der Pulpo a la Gallega für 11 Euro und das Glas Cava für 3 ist bei dieser Qualität mehr als ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

     

    El Bobo Pulpín,

    Carrer de Frenería, 5

     

    Das LASCAR 74 ist die ganz einfache Art von Seafood: Ceviche. Diese Cevichería ist unterhalb des berühmten Freibades am Montjuic gelegen. Ceviche ist salopp gesagt die südamerikanische Antwort auf Sushi, nur leckerer. Ganz Süd- und Mittelamerika beansprucht für sich, es „erfunden“ zu haben. Die meines Erachtens leckerste Variante findet man allerdings wohl in Peru. Immerhin mischt sich neben der Kultur durch die vielen japanischen Einwohnern auch die Essgewohnheit hier aus der traditionellen japanischen Küche und der Freude an Farben Perus.

     

    Was einst die armen Fischer mit dem gerade eben aus dem Meer gezogenen Fang so am Strand daher marinierten, so ganz ohne Feuer und Rauch, ist immer mehr in Mode. Gerade in Berlin und Köln machen die ersten Cevicherías von sich reden, da darf es nicht allein den vornehmen Lokalen aus der Feder der Adria Brüder vorbehalten bleiben Ceviche anzubieten. Obwohl: das „Pakta“ wurde gerade vor einigen Wochen erst als bester Ceviche Anbieter in Europa gekürt....

     

    Der Name Lascar ist ein etwas unklarer Ursprung: einerseits heisst Chiles aktivster Vulkan so, andererseits nannte man die indischen Seeleute auf den europäischen Schiffen der East-Indian Compagnie am indischen Subkontinent so. Ob die aber zu Zeiten Vasco da Gamas auch so lecker gegessen haben, wage ich in Zweifel zu ziehen.
    Das nüchtern, aber vor allem durch die rustikale Einrichtung und angenehme Beleuchtung  einladende Lokal ist ein wenig abseits der ausgetretenen Touristenpfade im Poblesec gelegen und (noch) angenehm günstig. Für daas Mittagsmenü aus einem Salat nach Art des Hauses, einem japanischen Ceviche (Thunfisch...) inklusive Glas Cava, Wein, Bier oder Erfischungsgetränk kostet 10 Euro.

     

    Lascar 74

    Carrer del Roser, 74

    Poble Sec

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