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    Madrid, Hauptstadt des Lärms

    05.11.2018 - MfD & BfD 

    Ob Baustellen, Verkehrslärm oder Straßenmusik - die Bewohner des Zentrums von Madrid sind tagtäglich einer enormen Geräuschbelastung ausgesetzt. Der nächtliche Lärmpegel der Stadt liegt 27% über der Norm, gemäß der neuesten Daten von 2018 des Gemeinderates von Madrid. Auch tagsüber werden die maximalen Richtwerte der OPCAT (Ordenanza de Protección contra la Contaminación Acústica y Térmica ) mit 13,5% überschritten und somit nicht eingehalten.

     

    „Ich habe jeden Tag ein “Konzert” mi Wohnzimmer”, sagt eine Bewohnerin der Straße Fuencarral. Sie kaufte eine Wohnung im ersten Stock; obendrüber wird ein Apartment an Touristen vermietet und unter ihrem Balkon spielen die Straßenmusiker. Sie hat alles versucht; die Polizei gerufen und sich beim Rathaus beschwert, aber leider ohne Erfolg. Haben die Straßenmusiker eine Erlaubnis zu spielen, kann die Polizei nichts dagegen unternehmen.

     

    Laura Freixas, Autorin, lebt und arbeitet in Chueca, ein Stadtviertel, welches zu den ausgeschriebenen “Zonas de Protección Acústica Especial (ZPAE)” gehört. „An das Gemurmel auf den Terrassen gewöhnst du dich, aber die Straßenmusiker... Musik ist Freude, aber sie sollte kein Eingriff in die Privatsphäre sein”, sagt sie. Oft hört sie an demselben Tag 20 Mal das gleiche – oft schlecht gespielte – Lied und auch sie hat sich an die Polizei und das Rathaus gewendet. Aber vergeblich.

     

    Die Stadtpolizei ist das einzige öffentliche Organ, v.a. das der Umweltabteilung, die sanktionieren darf, wenn die erlaubten Dezibelwerte von einer nicht autorisierten Bezugsquelle überschritten werden. Gemessen wird dies mit einem Lautstärkemesser, welches aber nach Ansicht der Área de Comunicación y Videovigilancia bestimmte Laute, wie Stimmengeräusche, nicht richtig einfängt.

     

    Dennoch hat das Zentrum von Madrid 2018 bis jetzt die meisten Anzeigen in diesem Bereich verzeichnet. 1.194. Der Distrikt Tetuán ist auf Rang 2 mit knapp 258 Anzeigen. Die Distrikte mit den wenigsten Anzeigen sind Barajas (16) und Vicálvaro (18).

     

    „Eine Anzeige erstatten ist die einzige Möglichkeit”, sagt Jorge Pinedo, von Juristas contra el Ruido. Pinedo betont, dass in vielen Fällen die Kläger schon gesundheitliche Probleme wie Angst oder Depressionen haben und die meisten keine Sanktionen möchten, sondern nur, dass Änderungen dort vorgenommen werden, wo der Lärm entsteht. Trotzdem gibt es für Pinedo einen Schlüsselmoment, der zu dem Anstieg der Anzeigen aufgrund der Lärmbelästigung geführt hat: das Antitabakgesetz von 2011. „Die Terrassen schossen überall wie Pilze aus dem Boden und der Lärm wurde auf die Straße verschoben“, weist der Sprecher von Juristas hin.

     

    Möchten Sie wissen, wie laut es in Ihrer Wohngegend in Madrid ist? Hier können Sie das nachschauen: Munimadrid Calidad Acústica

     

    Quelle: El Mundo

     

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