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Barcelona für Deutsche



    Garantiert biologisch aufbaubar!

    26.10.2016 - HOLLEGHA arquitectos 

    Dass Deutsche in Spanien gerne sesshaft werden, ist nicht zu leugnen. Etwa eine halbe Million lebt angeblich auf der sonnigen Halbinsel, viele haben hier ein bleibendes Zuhause gefunden und Familien gegründet. Aber wer bleibt, will auch ein Nest bauen: laut Eurostat lebt mehr als die Hälfte der Deutschen in Einfamilienhäusern, wiederum die Hälfte davon im Eigentum. Die Qualität des Wohnens steht also ganz vorne bei der Suche nach Lebensqualität.

     

    In den letzten Jahren geht die Entwicklung dahin, Wohnen immer mehr als Aufenthalt in einer gesunden, entspannenden Atmosphäre zu interpretieren. Allzu stressig ist der Alltag, zu hoch der allgemeine Lärmpegel, zu schlecht die Luft nicht nur auf der Straße sondern auch in Büros und öffentlichen Gebäuden. Vor allem für Allergiker kann die hohe Luftverschmutzung, für elektrosensible Menschen die Omnipräsenz der drahtlosen Netzwerke zu einer argen Belastung ihrer Gesundheit werden. Auch Kinder und letztlich wir alle leiden auf Dauer darunter. Der Wunsch nach einem Heim, in dem man sich „gesundwohnen“ kann, ist gross und scheinbar fast unerfüllbar.

     

    Das war auch die Erfahrung von Ana und Jürgen, einem spanisch-deutschen Ehepaar, als sie vor einigen Jahren beschlossen, in der Umgebung von Madrid ein Haus zu bauen. El Mundo hat kürzlich einen Artikel veröffentlicht, in dem ihre ungewöhnliche Hausbaugeschichte erzählt wird. Die beiden beschlossen nämlich, sich ihr Traumhaus in Deutschland maßanfertigen zu lassen und mit dem LKW nach Spanien zu bringen. Ein Umweltwahnsinn? Ganz im Gegenteil!

     

    Ein Holzbau-Unternehmen aus dem Allgäu machte es möglich. Der seit 1996 mit der EMAS Auszeichnung sowie laufend mit Umweltpreisen versehene Betrieb ist vom ersten bis zum letzten Produktionsschritt ökologisch durchgeplant. Sei es der für die Produktion erforderliche Strom, die Herkunft der verwendeten Hölzer, die Holzverbindungen, Holzschutzmittel, Wärmedämmung, oder energiesparende Konzepte, die von der Werksbeleuchtung bis zu den Anfahrtswegen von Personal und Materialien reichen - ständig wird daran gefeilt, die ökologischen Standards zu verbessern. Im Hausbau selbst hat die bereits seit den 70er Jahren auf ökologisches Bauen spezialisierte Firma schon etliche innovative Materialien entwickelt, wie das weltweit als erste Biodämmung mit der Cradle to Cradle-Gold-Zertifizierung ausgezeichnete Produkt „Hoiz“ oder die bis zu 99% der elektromagnetischen Strahlung abschirmende Naturgipsplatte „Xund“.

     

    Aber was das eigentlich Besondere der Häuser ausmacht, ist ihre garantierte Schadstoff-Freiheit. Die in der Bauindustrie praktisch immer anzutreffenden toxischen Komponenten von Klebemitteln, Anstrichen, Kunststoffen, Flammschutzmitteln, Fungiziden etc. wurden in jahrelanger Forschungsarbeit durch ebenso effiziente, aber natürliche Stoffe ersetzt. Zum Beispiel wird die aus Hobelspänen, also einem Nebenprodukt aus der Herstellung der Holzriegelwände, bestehende Wärmedämmung mit Molke und Soda imprägniert, um die Brand- und Pilzschutz-Bestimmungen zu erfüllen.

     

    Besonders bei Niedrigenergie-Häusern, bei denen die Abdichtung nach aussen eine wichtige Rolle spielt, leidet oft die Raumluftqualität. Die an sich geringfügigen Mengen gesundheitsschädlicher Dämpfe, die aus den Baumaterialien entweichen, werden in den Wohnräumen festgehalten und über die Atemwege vom Körper aufgenommen. Eine Raumluftanalyse würde wohl so manchen Hausbewohner unangenehm überraschen. Anas und Jürgens Haus in Miraflores de la Sierra wurde nach seiner Fertigstellung im Rahmen des Standard-Kundenservice mit einem speziellen Messgerät auf potenziell schädliche Substanzen in der Raumluft überprüft.  Ausserdem wurde dieses Haus mit einem Lüftungssystem versehen, das die Aussenluft filtert und den Wärmeverlust verringert. Die Filter können ganz einfach ausgewaschen werden und verhindern das Eindringen von Staub und Pollen.

     

    Wie die Besitzer erzählen, verliefen sowohl die Vorbereitungsphase als auch Transport und Aufbau reibungslos. Als Pilot-Projekt in Spanien musste natürlich das Problem der Legalisierung und Anpassung an spanische Bauvorschriften und Normen gelöst werden, was von einem deutschsprachigen Architekturbüro in Madrid übernommen wurde. Umso schneller ging es dann, sobald der nach den Wünschen seiner Besitzer im Werk in Erkheim angefertigte Holzriegelbau in Miraflores eingetroffen war: auf der vorweg betonierten Fundamentplatte wurde das 265m2 große Haus in nur zwei Tagen aufgestellt, vier Monate später war es komplett bezugsfertig.

     

    Zurück blieben auch freundschaftliche Beziehungen zu dem deutschen Unternehmen. Ana und Jürgen haben die Interessensgemeinschaft „Construir con Baufritz“ gegründet, um Gleichgesinnte an ihrer Erfahrung teilhaben zu lassen.

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